Kinder! Bummelzug macht Station bei Euch!

Musikalische Vorschule schon im Kindergartenalter

Brainin-Kinder_Gruppe
Früherziehung – besser: Vorschule – nach der Methode von Valeri Brainin, fährt jetzt nach den Sommerferien mit neuen jungen Fahrgästen ab. Die Kindergruppen haben eine Größe von maximal 6 Kindern und finden entweder nachmittags in der Musikschule Preludio oder auf Anfrage vormittags in geeigneten Räumen in den Stadtteilen statt (siehe auch weiter unten).

Die Methode Brainins wurde zunächst für Kinder ab 4-5 Jahre entwickelt und inzwischen für 2 Jährige erweitert. Sie zielt auf die Schulung der Wahrnehmung musikalischer Phrasen und tonaler Vorgänge. Die Kinder lernen in kindgerechter Form die Sprache der Musik verstehen, so wie man eine andere Sprache zu verstehen lernt, umschreibt Valeri Brainin seine Methode. An der Musikschule Preludio in Haltern wird diese weltweit anerkannte und wissenschaftlich untermauerte Methode seit sieben Jahren gelehrnt und die musikalische Entwicklung der Schüler beeindruckt die Eltern und selbst die Lehrkräfte immer wieder aufs Neue.

Die jüngsten Musikschüler sind noch nicht 2 Jahre alt und lernen mit Hilfe von Drachen, Zauberern und Feen innerhalb weniger Wochen die gängigsten Grundmuster der Musik und ihr Vorkommen in Abzählreimen und Liedern. Könige und ihren Völker führen die Kinder sehr früh an das Klavier heran. Die Kinder spielen schon bald ihre Lieder selbst. Notenlesen und Solmisation lernen die Kinder fast nebenbei und besitzen schon früh eine hervorragende Grundlage für späteren Instrumentalunterricht.

Wir bieten Ihnen 1 kostenlose Schnupperstunde an. Bei Vertragsabschluß entstehen Ihnen monatliche Kosten von 29,- €. Die meisten Unterrichtsmaterialien stehen Ihnen dann kostenlos zur Verfügung. Sie als Eltern sind jederzeit, nicht nur während der Schnupperstunden, eingeladen, am Unterricht teilzunehmen. Dadurch sind Sie in der Lage, die Unterrichtsinhalte mit den Kindern zu wiederholen.

In Zusammenarbeit mit einem Halterner Kindergarten konnten von der Musikschule Preludio Vormittagsgruppen für die musikalische Vorschule eingerichtet werden, die in unmittelbarer Nähe des Kindergartens stattfinden. Die Kinder verlassen für die Unterrichtszeit den Kindergarten und werden anschließend zurückgebracht. Dieses Projekt bedeutet für die Eltern den geringsten organisatorischen Aufwand, um den Wunsch nach frühzeitiger musikalischer Ausbildung zu erfüllen.

Buch: Musik macht klug von Dorothee Kreusch-Jacob

Kinder lieben Musik. Sie hören sie gern, tanzen dazu und musizieren mit Vergnügen. Ganz nebenbei macht Musik auch noch klug, sie fördert die kindliche Persönlichkeit in vielerlei Hinsicht: Kinder, die früh mit Musik in Kontakt kommen und die die Freue an ihr nicht verlieren, entwickeln mehr Kreativität, sind intelligenter, ausgeglichener und kommunikativer.Musikalische Erziehung im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung ist somit eine Chance für alle Kinder.


Vom Musikwichtel zum Solisten

21.04.12 LokalLust – Text: Irene Stock, Fotos: Jürgen Rustemeyer
Vom Musikwichtel zum Solisten PDF Download

Das absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern. Vom Musikwichtel zum SolistenDas absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern

Musikschule „Preludio“ unterrichtet nach der Brainin-Methode

Vom Musikwichtel zum SolistenVom Musikwichtel zum Solisten – LokalLust 21.Apr,12

Sie sitzen rund um den Flügel im Pfarrheim St. Antonius, fünf Jungs, zwei Mädchen. Alle im Kindergartenalter. Sie halten Holztafeln mit Notenlinien in der  Hand. Auf den kaum sichtbaren Fäden lassen sich schwarze und weiße Knöpfe auf die richtige Notenlinie schieben. Schlägt Jacek Stam einen tiefen Ton an, schieben die Kinder eine Note auf die unterste Linie der Tafel, schlägt er eine hohe Note an, rutscht eine zweite Note nach oben. Bis maximal zehn Noten, die Kinder nennen sie „Könige“, werden so über die Brainin-Tafel verteilt. Jacek Stam klopft den Rhythmus mit dem Schuh, dann geht er in einen Sprechgesang über: „ra ra ra ra – ra so.“ Und fragt: „Was für ein Lied ist das? Julius ruft:  „Hoppe, hoppe Reiter.“ Stimmt. „Die Kinder sind zwischen vier und sechs Jahre alt und können bereits nach drei bis fünf Monaten Töne unterscheiden. Dank der Brainin-Methode. Das hört sich nach „brain“, Englisch für Gehirn, an, hat aber damit nichts zu tun. Die Methode wurde von dem russischen Musikwissenschaftler Valeri Brainin entwickelt. Brainins Methode der musikalischen Früherziehung schult bereits bei Kindern ab 3 Jahren das musikalische Empfinden für Tonhöhen, Tonfolgen und Rhythmen über Hör, Seh- und Tastsinn und zielt auf den Erhalt des frühkindlichen absoluten Gehörs. Ganz nebenbei erlernen die Kinder gehörte Töne dem Klavier und dem Notensystem zuzuordnen und bekommen so eine fundierte Grundlage für das spätere Erlernen von Instrumenten.

Vor sieben Jahren gründeten Jacek und Katharina Stam ihre Klavierschule „Preludio“. Sie war 2005 dritte in Deutschland, die das Prädikat „Brainin-Musikschule“ erhielt und ihre Schüler nach dieser Methode unterrichten darf – und kann. Die Schulung der musikalischen Wahrnehmung mit der Methode von Valeri Brainin (GUS – ansässig in Hannover) ist nicht nur Basis der musikalischen Vorschule, in der inzwischen 80 Kinder unterrichtet werden. Die Methode findet Eingang in alle Unterrichtsfächer – Klavier, Stimmbildung, Gitarre, Akkordeon und Trompete. Um das zu gewährleisten, haben alle Musiklehrer bei Preludio eine besondere Ausbildung an der führenden Brainin-Musikschule in Hannover abgeschlossen.

„Preludio“ hat ein vielfältiges Angebot vom Einzelunterricht über die musikalische Früherziehung bis hin zum „Musikwichtel“. Dort können Eltern mit ihrem Nachwuchs von acht Monaten an Kinderlieder erlernen und den ersten Kontakt zur Musik herstellen. „ Die ersten musikalischen Erfahrungen sind enorm wichtig“, sagt Stam. Deshalb sollten Eltern nicht darauf verzichten – selbst wenn sie nicht so begabt sind. „Jedes Kinder wird mit dem gleichen musikalischen Talent geboren, hat ein absolutes Gehör“, sagt er. Damit es nicht verloren gehe, müsse es bereits in den „Babyschühchen“ gefördert werden.

Der Unterricht beginnt stets spielerisch. Elemente der Musiksprache werden mit Hilfe von Märchen und Abzählreimen dargestellt. Jacek Stam erzählt Geschichte vom Bäcker, dessen Backofen das ganze Brot frisst. Bereits im ersten Unterricht ist jedes Kind sofort in der Lage, mehrteilige Aufgaben im Spiel zu lösen. Dabei werden die einzelnen Elemente in ihrem Gesamtzusammenhang betrachetet: Die Kindern lernen nicht Viertel-, halbe und ganze Noten, sondern rhythmisch zusammenhängende Ausdrücke. Nicht ein einzelner Ton, sondern eine musikalische Phrase steht im Vordergrund. Tonstufen werden zunächst anhand einfacher Kinderlieder geübt und dann in Beziehung zum Grundton gesungen. Auf diesem Wege entwickelt und fördert Stam bei den Kindern bereits in der Anfangsphase des Musikunterrichts ein Gefühl für Tonalität und Harmonie Diese Erfolge von Anfang an motivieren die Kinder zum weiterlernen. „Mit dieser Basis ist es ganz einfach, später auf ein Instrument umzusteigen“, so der Halterner.

Jacek Stam ist überzeugt, dass Kinder von der Brainin-Methode profitieren. Er erzählt vom guten Körpergefühl“, das einem das Singen verschaffe, dem Einüben von Rhythmus und Disziplin, dem Gefühl für die Gruppe und für sich selbst – „die Brainin-Methode ist eine Schule fürs Leben“, so sein Fazit. Doch auch, wenn das in diesem frühen Stadium der Kindheit verpasst worden sei, sei es nie zu spät, um mit der Musik anzufangen, lacht er.

Text: Irene Stock


 

 > Infokasten
Für Jacek Stam (60) ist das Jahr 2012 ein Jubiläumsjahr: Genau 40 Jahre ist es her, dass der gebürtige Pole seinen ersten Auftritt beim Studentenfestival in Krakau /Polen hatte – und sofort mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Vor 20 Jahren kam er nach Haltern am See, wo er zunächst zehn Jahre in einer Musikschule unterrichtete. Am 4. Januar 2005 gründete er zusammen mit seiner Ehefrau Katharina eine eigene Musikschule. Parallel leitet er drei Chöre: den Shantychor Haltern und seit 2007 die „Chorvereinigung Haltern am See“, eine „Fusionschor“ aus den beiden Chören „MGV Frohsinn 1900“ und „Männerchor von 1921“.

Brainin-Musikschule Preludio
Jacek Stam
Lohstraße 38
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 168217
E-Mail: info (et) preludio.biz
Web: www.preludio.biz

Streit um Musikschule „Preludio“ geht weiter

18.01.2011 – Neue Klage und Beiladungsbeschluss

Halterner Zeitung, 25.01.2011. – von Berthold Fehmer

18.01.2011 - Neue Klage und Beiladungsbeschluss - Die Nachbarn Hans Erdmann-Falck und Dorothee Falck verklagen die Stadt Haltern, vertreten durch Bürgermeister Bodo Klimpel.

HALTERN    Die juristischen Auseinandersetzungen um die Musikschule „preludio“ von Jacek Stam gehen in eine weitere Runde: Die Nachbarn Hans Erdmann-Falck und Dorothee Falck verklagen die Stadt Haltern, vertreten durch Bürgermeister Bodo Klimpel.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen soll nach dem Willen der Kläger die von der Stadt Haltern nachträglich erteilte Baugenehmigung für Stam vom 21. Dezember 2010 für den Ausbau des Dachgeschosses an der Lohstraße sowie die Nutzungsänderung der Wohnräume in Musikunterrichtsräume aufheben.

Fehlerhaftes Lärmgutachten

Die Kläger gehen davon aus, dass die Zulassung von Unterrichtsräumen in einem „faktischen reinen Wohngebiet“ unzulässig und das der Genehmigung zugrunde liegende Lärmgutachten fehlerhaft sei. Zudem seien die immissionsschutzrechtlichen Auflagen nicht geeignet, Lärmbelästigungen den Nachbarn gegenüber zu vermeiden. Man behalte sich vor, einen Antrag auf Herstellung der aufschiebenden Wirkung zu stellen.

Hans-Erdmann Falck wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung in der Sache mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Das Ehepaar Stam hingegen, das vom Richter des Verwaltungsgerichts beigeladen wurde, da ihre rechtlichen Interessen berührt sind, bedauert, dass die Streitigkeiten mit der erteilten Baugenehmigung kurz vor Weihnachten nicht abgeschlossen sind. Als „schönes Weihnachtsgeschenk“ habe er sie damals empfunden, sagte Jacek Stam. Die neue Klage sei ein „Spiel um unsere Existenz“. Und nicht nur das: „Viele Lehrer sind von uns abhängig.“

Keine Baugenehmigung

Zum Hintergrund: 2009 hatte das Ehepaar das Haus an der Lohstraße gekauft – nicht wissend, dass für das bereits ausgebaute Dachgeschoss keine Baugenehmigung vorlag. Zwischendurch musste die Musikschule aufgrund von Klagen der Nachbarn unter anderem in die Räumlichkeiten zweier Fitnessstudios ausweichen. Zwei Lärmgutachten wurden erstellt, das zweite nahm auch die Verkehrsströme und Parkplatzsituation ins Visier.

Die Musikschule „preludio“ hat insgesamt mehr als 100 Schüler, die zumeist im Einzelunterricht das Musizieren erlernen. Kleingruppen gibt es nur bei den ganz jungen Schülerinnen und Schülern.


Bitte, schreiben Sie uns Ihre Meinung. Wir publizieren es auf dieser Seite, eventuell auch anonym.

Redaktion www.preludio.biz


Ausgewählte E-Mail-Reaktionen

25.01.2011, 08:28
Liebe Familie Stam, es tut mir sehr leid. Es ist unglaublich, wie (…) diese Menschen sind. Wenn wir irgendwie helfen können, geben Sie bitte Bescheid.
Liebe Grüße, A. R.

25.01.2011, 10:23
Ich finde es eine (…), dass das Ehepaar so viel Steine in den weg legt. Nicht das davon ohne hin die Existenz der Musikschule dran hängt, auch das man nicht ohne Probleme die Musikschule führen kann, die Kinder und Jugendliche musikalisch fördert, wovon es sowieso schon zu wenig in Deutschland gibt, da fällt einem nichts zu ein – fast schon unmenschlich.

Ich finde es super wie ihr eure Arbeit macht und bin froh Unterricht bei euch zu haben.
Liebe Grüße Simon

25.01.2011, 20:45
Die Lohstrasse liegt als Verbindungsstrasse zwischen dem Nordwall und der Lavesumer Strasse.
Die Lohstrasse liegt mitten in dem Stadtgebiet, das die Stadt Haltern nordwestlich der Innenstadt (Nordwall) bildet.
Alle angrenzenden Wohnviertel nordwestlich der Innenstadt (Nordwall) zwischen Dahläckern, Oderstrasse, Lavesumer Strasse, Reinhard-Freerick Strasse und Hennewiger Weg waren im letzten Jahrhundert mit Gewerbe durchmischt. Folgende Gewerbe waren ansässig:
Bäuerliche Landwirtschaft mit Schweinezucht, Milchwirtschaft und Federvieh, Metzgereien, Bäckereien, Installateure, Friseure, Heißmangel, Bauunternehmungen, Garten- Landschaftsbaubetriebe, Architekturbüros, Lebensmittelgeschäfte, Gastronomie- und Kneipen, Fuhr- und Speditionsunternehmen, Busunternehmen, Öl- und Kohlenhändler, Kirchen, Gemeindehäuser, Kindergärten, Schulen, Kaffeerösterei, Blumengroßhandel, Bildhauerwerkstatt, Schmiede, Gardinen und Stofffachgeschäft, Radio- und Fernsehfachgeschäft, Versicherungsbüros und andere Dienstleister, und viele mehr; alle bekomme ich leider nicht mehr zusammen.

Den geschichtlichen Hintergrund dieses gewachsenen Stadtgebietes zu vergessen, entspräche nicht der Wirklichkeit. Es wäre blind und arrogant.

All diese gemischten Nutzungen sind für unser Lebensumfeld eine echte Bereicherung und waren für uns Bewohner niemals störend. Sie gehören zum Alltagsleben dazu, gaben Einblick in die Gesellschaft.

Die moderne Entwicklung der reinen Wohngebiete bietet den Menschen leider nicht mehr die Möglichkeiten der Vielfalt und der kurzen Wege. Wer schickt seine Kinder heutzutage noch schnell mal zum Einkaufen oder zur Musikschule um die Ecke?

Groß geworden auf der Lavesumer Str. 45 erinnere ich mich gut an zwei Ladenlokale an der Lohstraße, direkt neben dem Haus Nr. 38:(heute Fam. Stam & Preludio – JS)
– das Lebensmittelgeschäft Freericks, Lohstrasse 40.
– das Kneipenlokal mit Gastronomie, Lohstrasse 42.
Diese beiden Ladenlokale waren bis in die 70 er Jahre hinein belebt und genutzt.
Von daher ist die Lohstrasse zwischen Gildenstrasse und Lavesumer Strasse immer ein Mischgebiet gewesen.

An der Gildenstrasse gibt es ein Restaurant, einen Friseur, ein Steuerbüro, sowie eine Kirche mit Gemeindehaus, in der ein lebhaftes Gemeindeleben stattfindet.

In der Kirche finden regelmäßig Konzerte statt, im Gemeindehaus Tanzveranstaltungen und anderes.
Ach ja, einen Kindergarten gibt es ja auch noch an der Gildenstrasse.
Da kann die Familie Erdmann-Falck aber froh sein.
Das Bundesverfassungsgericht hat nämlich erst vor kurzem Kinderlärm als nicht beklagenswerten „Störfaktor“ benannt.

Noch ein Satz zum Abschluss:
„(…)“

Achim Becker
Dipl.Ing. Architekt
Disselhof 16
45721 Haltern am See


Die netten Nachbarn: Satiren

Verwandte kann man entfernen, aber Nachbarn bleiben Nachbarn. (E. Kishon) Nachbarn und ihre Eigenheiten sind ein fast unerschöpfliches Thema für jedermann. Die Familie Kishon lebt Tür an Tür mit Felix und Erna Selig. Ob es um die Lautstärke geht, mit der man Musik hören darf, ob ausgelassene Feste erlaubt sind oder die Renovierung der Wohnung, bei der alle mitleiden – Nachbarn sind eine besondere Spezies, die einem das Leben nicht immer leicht macht. Doch ohne sie wäre unser Leben so viel ärmer, denn auch die Hilfe unter Nachbarn ist legendär. Die Familie Kishon jedenfalls erlebt viel Abenteuerliches mit ihren lieben Nachbarn …

Satiren zur täglichen Katastrophe

Sie lauern überall und unaufhörlich: die Stolpersteine in Familie, Politik, Beruf und Finanzwesen. Ephraim Kishon, der 2009 fünfundachtzig Jahre alt geworden wäre, hat es vorausgeahnt: Was wir wirklich brauchen, in guten wie in schlechten Zeiten, ist das Lachen. Und die Erkenntnis: Krisen gehen vorüber, wenn der Humor bleibt.

Nachbarn klagen gegen Musikschule


Von Silvia Wiethoff – Halterner Zeitung – 29.04.2010

Musikunterricht muss wieder eingestellt werden

HALTERN Seit drei Wochen findet der Unterricht der Musikschule Preludio in einem Wohnhaus an der Lohstraße 38 statt. Jetzt ist der Standort erneut gefährdet. Denn zwei Nachbarn reichten jetzt Klage gegen die Musikschule ein.

Nach langer Wartezeit hatte die Bauverwaltung die Genehmigung für den Betrieb in einem Wohngebiet erteilt, weil sie alle Auflagen erfüllt sah. Zwei Nachbarn reichten Klage gegen diese Entscheidung beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Ihrem Antrag auf ein Eilverfahren wurde stattgegeben.

In der Zwickmühle befindet sich Dietmar Rüdiger, der als Eigentümer eines Hauses neben der Musikschule gemeinsam mit einem weiteren Nachbarn die Klage anstrengte. „Grundsätzlich ist das Projekt für Haltern wichtig. Ich komme selbst aus der Jugendarbeit und kenne den Stellenwert“, erklärte er.

Er könne jedoch nicht nachvollziehen, „wie man ein solches Projekt in einem Wohngebiet genehmigen kann“. Die Kläger sehen ihre Interessen verletzt und befüchten vor allem Beeinträchtigungen durch Lärmemissionen.

Lärmschutzgutachten

Die Stadt habe den Inhaber der Musikschule, Jacek Stam, bereits aufgefordert, den Unterricht an der Lohstraße einzustellen. Für die Stadt nahm Pressesprecher Georg Bockey zum Stand des Verfahrens Stellung. Die Genehmigung sei auf der Grundlage eines vorliegenden Lärmschutzgutachtens erfolgt.

Danach dürfe in dem Haus, das Familie Stam vor Monaten erwarb, ein 25-köpfiges Blasorchester musizieren, wenn die Türen und Fenster geschlossen bleiben. Probleme durch den Zu- und Abfahrverkehr habe die Verwaltung nicht gesehen. Genau diese Thematik aber führte jetzt dazu, dass das Verwaltungsgericht die Klage der Nachbarn als erfolgversprechend einstufte.

Protestaktion

Jacek Stam denkt nach eigenen Worten nicht daran, den Betrieb in seiner Musikschule einzustellen. „Wir arbeiten weiter“, ließ er am Donnerstag wissen. Er habe schließlich alle Auflagen erfüllt. Monatelang mussten die fünf Mitarbeiter der Musikschule und die etwa 100 Schüler in die Räume zweier Fitnessstudios ausweichen. Jetzt endlich erfolgte der Umzug in vier Unterrichtsräume im ersten und zweiten Stock des neuen Standortes. Stam kündigte eine eine Protestaktion der Eltern an. – Silvia Wiethoff –

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(Geklagt haben Fam. Hans Falck, Gilden Str. 9A und Dietmar Rüdiger, Rekener Str. 265)


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Nachbarin: „Die Schule stört uns nicht“


Siehe:


VIDEO Lokal TV: Anwohnerstreit um Musikschule


Leserbriefe zum Artikel „Nachbarn Klagen gegen Musikschule“

Knüppel zwischen die Beine
Halterner Zeitung – 01.05.2010

Das darf doch wohl nicht wahr sein. Pianist und Musikschulleiter J. Stam erwirbt mit Zustimmung der Stadt ein Haus, um dort mit hochqualifizierten Mitarbeitern Instrumental- und Gesangsunterricht anzubieten.

Doch vom ersten Tag an haben ein paar Nachbarn etwas dagegen. Immer wieder werden auf deren Betreiben dem Preludio-Chef neue Auflagen gemacht, aufwändige Umbauarbeiten wegen erwarteter Lärmbelästigung angeordnet, Spezialfenster muss er einbauen lassen, Feuerschutztüren müssen angefertigt werden. Herr Stam muss teure Gutachten selbst erstellen lassen, Anwälte bezahlen. Und immer wieder finden diese Nachbarn neue Knüppel, die sie Familie Stam zwischen die Beine werfen. Um zu verhindern, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, sorgen sie daffür, dass die Stadt auf der ganzen Straßenseite vor der Musikschule Halteverbotsschilder aufstellt (Halteverbotschilder stehen schon länger und sind nicht wegen der Musikschule gestellt – Vermerk: Jacek Stam).

Wer fühlt sich verantwortlich, wenn ein Kind angefahren wird, weil es nun die Straße erst überqueren muss, um zu Preludio zu gelangen?

Interessiert es die Nachbarn überhaupt, dass die meisten Musikschüler, zu denen ich aüch gehöre, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Unterricht kommen? Vielleicht klagen die Nachbarn als nächstes gegen abgestellte Fahrräder oder Kinderwagen oder gegen fehlende Sozialräume für wartende Mütter?

Muss Herr Stam bald einen Mülleimer aufstellen und die +regelmäßige und hygienische Leerung durch einen zertifizierten Fachbetrieb nachweisen, damit Schüler ein Bonbonpapier korrekt entsorgen können? Schade nur, dass durch diese Nachbarn mehrere Arbeitsplätze von Musiklehrern gefährdet werden und die Existenz der Familie Stam bedroht ist. Den größten Schaden aber erleiden die Musikschüler, wenn Preludio schließen muss.

• Mattias Bünnemann
Elsa-Brandström-Str. 7


Nachbarschutz missachtet
Halterner Zeitung – 04.05.2010

Dass Sie der Musikschule Jacek Stam (Preludio) ein Forum bieten, sein fehlendes Rechtsempfinden zur Schau zu stellen, sogar mit der Androhung von Protestaktionen der Eltern, kann uns betroffene Nachbarn nicht mehr kalt lassen. Das ist ja genauso, als wenn ein von der Polizei ertappter Temposünder öffentlich erklärt, dass er weiter zu rasen gedenke… Wir hätten nichts gegen die Tätigkeit einer honorigen Musikschule einzuwenden, und schon gar nicht hegen wir Vorurteile gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Allein dieses Hineindrängen eines Lärm verursachenden Schulbetriebes mit zusätzlichem PKW-Verkehr in ein gewachsenes, ruhiges Wohngebiet brüskiert hier beispiellos. Ohne eine vorherige Kontaktaufnahme zu uns betroffene direkte Nachbarn, ausgestattet mit einer mündlichen Zusage des Baudezernenten zur Zulässigkeit der Umnutzung des Hauses Lohstraße 38 in eine Musikschule, kaufte Herr Stam das Grundstück und bekam prompt die begehrte fragwürdige Nutzungsänderungsgenehmigung, in der der Nachbarschutz so rücksichtslos missachtet wurde — was erst das Verwaltungsgericht der Stadt klarmachen konnte. Den ganzen Ärger hätte man sich sparen können, hätten Herr Kiski und Herr Stam vor der Kaufentscheidung das Gespräch mit uns gesucht, um alternative Ständorte zu finden. Stattdessen wurde ohne jegliche nachbar-, bau- und immissionsschutzrechtliche Prüfung von Anfang an Herrn Stam versichert, dass die Musikschule im Haus Lohstraße 38 zulässig ist, was erst den Konflikt ausgelöst hat. Besser sind da Standorte in Gebieten, die für Lärmemissionen unanfälliger
sind, (…).

• Hans-Erdmann Falck
Gildenstraße 9 a
• Dietmar Rüdiger
Rekener Straße 265


Straße macht mehr Larm
Halterner Zeitung – 04.05.2010

Mir ist schon oft aufgefallen, dass Anwohner einer Nebenstraße sich über Autolärm beschweren. Wir wohnen an der Weseler Straße. Ich wüsste nicht, dass von da mal eine Beschwerde kam. Von morgens früh bis abends spät rauscht der Verkehr. Autos ohne Ende, viele große LKW, Busse, die großen Trecker, die mehr Lärm machen als Panzer. Immer wieder das Martinshorn von Krankenwagen und Feuerwehr. Am Wochenende Karawanen von Motorrädern. Die Rasenmäher, Sportflugzeuge, die großen Jets, die Warteschleifen über Haltern fliegen. Ich könnte noch mehr Lärmerzeuger aufzählen. Das alles müssen wir ertragen, jeden Tag! Was ist das gegen die paar Autos bei Herrn Stam und in der Lohstraße. Alle wollen Auto fahren, keiner will sie vor der Tür stehen haben. Die Weseler Straße ist ständig zugeparkt, auch unsere Einfahrt.

Ich wünsche Herrn Stam, dass er bald in Ruhe arbeiten kann.

Henni Wiedemann
Weseler Straße 44


Das Leben der Stadt akzeptieren
Halterner Zeitung – 07.05.2010

Was sind das für Nachbarn, die sich an fröhlichem Kinderlärm stören??

Herr Stam, seine Frau und ihre Angestellten leisten Großartiges in ihrer Arbeit in der Musikschule Preludio, indem sie neue Wege gehen in der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen, neue Impulse setzen abseits der etablierten städtischen Musikschulen.

Diese Musikschule ist eine Bereicherung für die Kultur unserer Stadt. Was sind das für Nachbarn, die sich derart durch diese Schule gestört fühlen?

Immer neue fadenscheinige Argumente werden angeführt, um den Betrieb zu verbieten: zunächst müssen umfangreiche Schallschutzmaßnahmen getroffen werden, dann Parkplätze gebaut werden und nun stört gar die Anfahrt der Autos? Unsere Stadt bietet sicherlich das große Privileg, dass man hier stadtnah, zentrumsnah und doch ruhig wohnen kann. Aber muss man dann nicht auch das Leben der Stadt akzeptieren? Ist dies nicht eigentlich eine Bereicherung, macht dies nicht das Leben aus? Ich hoffe nur, dass Familie Stam durchhält, weitermacht in ihrem Engagement und sich nicht vertreiben lässt aus dieser unfreundlichen Stadt!

Dr. Annette Rudolph
Hauptstr. 94
Hullern


E-Mails an die Behörde

Sehr geehrter Herr Klimpel, sehr geehrter Herr Klose,

als ehemalige Bürgerin Halterns und ehemalige Musiklehrerin im Team von Herrn Stam möchte auch ich mich zu dem laufenden Verfahren äußern.

Ich finde es sehr bedrückend, dass es unser Rechtssystem gestattet, dass „Verkehrslärm“ von hinter einem Gebäude ein und ausfahrenden Autos höher bewertet wird als die Existenzbedrohung für Familie Stam durch die Schließung der Musikschule.

Herr Stam hat viele Monate im Ausweichquartier unterrichtet, um das ordentliche Genehmigungsverfahren abzuwarten, hat derweil jede Menge Geld in das Haus gesteckt und sehr viele Unannehmlichkeiten auf sich genommen. Auch die 90 Schüler und deren Familien haben in dieser Zeit ihren Beitrag zum Frieden in der Lohstraße geleistet, in dem sie diese Übergangszeit mitgemacht haben.

Gerecht wäre gewesen, die Bedenken des Gerichts gegen den „Verkehrslärm“, der möglicherweise dem Schallgutachter durchgegangen ist, in Form einer Auflage, die Herr Stam in einem angemessenen Zeitraum zu erfüllen hat, zu berücksichtigen. Für diesen Zeitraum wäre es den Herren Klägern sicher zumutbar gewesen, den „Lärm“ zu ertragen.

Die beiden Herren Kläger (von denen der eine gemäß Teleauskunft nicht mal selbst Nachbar ist, sondern dort nur ein Haus besitzt!) haben viel Talent bewiesen, genau den juristischen Winkelzug zu wählen, bei dem das Rechtssystem so reagieren kann, darf oder muss – hier gibt es andere, die sich besser auskennen, z.B. die Kläger.

Es tut mir in der Seele weh zu sehen, wie diese Menschen erfolgreich die hochkarätige musikalische und kulturelle Bildung der über 90 Halterner Kinder verhindern können. Und ehrlich gesagt gehe ich davon aus: diesen Herren wird wieder etwas Neues einfallen, wie sie den Betrieb der Schule weiter verhindern können.

Musikschule ja bitte, aber nicht bei uns!
Bolzplätze ja gerne, aber keinen Lärm bitte!
Kinderspielplätze, immer her damit, aber bitte ohne Kinder!

Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle etwas niveaulos kommentiere, aber mehr als Entsetzen über die Vorgänge habe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Sylke Wiegers-Kvasin
Nagold


Sehr geehrter Herr Klimpel

Sehr geehrter Herr Klose

Wir möchten an dieser Stelle auch ein Lanze brechen für unseren liebenswerten und geschätzten Musiklehrer Herrn Stam.

Die nachstehenden Sprichwörter treffen es wohl am besten was da gerade vor sich geht:

1.) Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

2.) Böse Menschen haben keine Lieder.

Herr Stam hat seine Schallschutzauflagen erfüllt. Über störende Gepflogenheiten, falsch geparkte Fahrräder, An- und Abfahrende Autos, sollte man sicherlich reden können und gemeinsame Änderungsvorschläge besprechen und umsetzen.

Aber in diesem Fall scheint seitens der Nachbarn keine gemeinsame Lösung gewünscht zu sein. Ein verbohrter Mensch beißt sich in eine Sache hinein, nur um Recht zu kriegen und das Gesicht nicht zu verlieren. Schade das Justitia nicht sehen kann und statt die Prüfung und Beobachtung vor Ort voranzustellen, zunächst die Schließung der Musikschule fordert. Was eine Existenzbedrohung zur Folge haben kann.

Wir finden es wichtig, dass die Musikschule zentral in der Stadt liegt, damit die Kinder sie mit dem Fahrrad erreichen können. Sollte Autoverkehr entstehen, so lediglich 1x die Stunde. Die Straße wird zudem als Abkürzung missbraucht und ist schon jetzt stark befahren. Ich weiß nicht, ob Sie bereits eine Anliegerstraße ist, aber dazu könnte man sie machen.

Wir hoffen, dass die Angelegenheit schnellstmöglich in Frieden geklärt wird und Herr und Frau Stam endlich in Ruhe Ihrer wundervollen Arbeit, Kindern die Musik nahe zu bringen, nachgehen können.

Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Ing. Architektin Anne Weidemann mit Henrike und Merit


Sehr geehrte Damen und Herren,

als Eltern einer Klavierschülerin verfolgen wir nun seit einiger Zeit das Verfahren gegen Herrn Stam und seine Musikschule seitens der Kläger.

Auch vorher schon waren wir mit der Musikschule verbunden und haben das Engagement von Herrn und Frau Stam und deren Musiklehrern durch die Kindergartenarbeit, Früherziehung und Weiterbildung bewundert.
Wie kann es sein, das so engagierten Menschen mit sehr viel Interesse an der pädagischen Musikausbildung für Kindern so wenig Unterstützung wiederfährt?
Die Bemühungen von Herrn Stam, durch Spiele in Altenheimen, im alten Rathaus, Klavierkonzerten, Semesterprüfungen, etc. sind doch sehr vielfältig und ganz sicher nicht nur kommerziell begründet. Für unsere Stadt ist es ganz bestimmt eine vorzeigbare Institution die auch unterstützt werden sollte.

Wir hoffen, das unserer Tochter noch lange dieser Unterricht der besonderen Art erhalten bleibt und hoffen daher auch auf die Unterstützung der Stadt Haltern.

Mit freundlichem Gruß
Christiane Kühn


Auch ich verfolge die Streitigkeiten um die Musikschule Preludio mit großer Betroffenheit. Ich kann dazu nur sagen, dass es mich mit tiefem Schamgefühl erfüllt, wie mit Menschen wie Jacek Stam und seiner Frau umgegangen wird, die mit viel Idealismus, Menschenliebe und Bescheidenheit ihre Musikschule betreiben. Ich erkläre mich uneingeschränkt solidarisch mit Familie Stam und verabscheue Menschen, die nur bis zur eigenen Haustür denken und handeln können. Jacek Stam macht eine wertvolle Arbeit, die generationsübergreifend Haltern sehr bereichert. Ich denke, hier ist beherztes, unterstützendes Handeln durch die Stadtverwaltung und Solidarisierung unter den Halterner Bürgern notwendig.

Annette Greiner