Vom Musikwichtel zum Solisten

21.04.12 LokalLust – Text: Irene Stock, Fotos: Jürgen Rustemeyer
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Das absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern. Vom Musikwichtel zum SolistenDas absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern

Musikschule „Preludio“ unterrichtet nach der Brainin-Methode

Vom Musikwichtel zum SolistenVom Musikwichtel zum Solisten – LokalLust 21.Apr,12

Sie sitzen rund um den Flügel im Pfarrheim St. Antonius, fünf Jungs, zwei Mädchen. Alle im Kindergartenalter. Sie halten Holztafeln mit Notenlinien in der  Hand. Auf den kaum sichtbaren Fäden lassen sich schwarze und weiße Knöpfe auf die richtige Notenlinie schieben. Schlägt Jacek Stam einen tiefen Ton an, schieben die Kinder eine Note auf die unterste Linie der Tafel, schlägt er eine hohe Note an, rutscht eine zweite Note nach oben. Bis maximal zehn Noten, die Kinder nennen sie „Könige“, werden so über die Brainin-Tafel verteilt. Jacek Stam klopft den Rhythmus mit dem Schuh, dann geht er in einen Sprechgesang über: „ra ra ra ra – ra so.“ Und fragt: „Was für ein Lied ist das? Julius ruft:  „Hoppe, hoppe Reiter.“ Stimmt. „Die Kinder sind zwischen vier und sechs Jahre alt und können bereits nach drei bis fünf Monaten Töne unterscheiden. Dank der Brainin-Methode. Das hört sich nach „brain“, Englisch für Gehirn, an, hat aber damit nichts zu tun. Die Methode wurde von dem russischen Musikwissenschaftler Valeri Brainin entwickelt. Brainins Methode der musikalischen Früherziehung schult bereits bei Kindern ab 3 Jahren das musikalische Empfinden für Tonhöhen, Tonfolgen und Rhythmen über Hör, Seh- und Tastsinn und zielt auf den Erhalt des frühkindlichen absoluten Gehörs. Ganz nebenbei erlernen die Kinder gehörte Töne dem Klavier und dem Notensystem zuzuordnen und bekommen so eine fundierte Grundlage für das spätere Erlernen von Instrumenten.

Vor sieben Jahren gründeten Jacek und Katharina Stam ihre Klavierschule „Preludio“. Sie war 2005 dritte in Deutschland, die das Prädikat „Brainin-Musikschule“ erhielt und ihre Schüler nach dieser Methode unterrichten darf – und kann. Die Schulung der musikalischen Wahrnehmung mit der Methode von Valeri Brainin (GUS – ansässig in Hannover) ist nicht nur Basis der musikalischen Vorschule, in der inzwischen 80 Kinder unterrichtet werden. Die Methode findet Eingang in alle Unterrichtsfächer – Klavier, Stimmbildung, Gitarre, Akkordeon und Trompete. Um das zu gewährleisten, haben alle Musiklehrer bei Preludio eine besondere Ausbildung an der führenden Brainin-Musikschule in Hannover abgeschlossen.

„Preludio“ hat ein vielfältiges Angebot vom Einzelunterricht über die musikalische Früherziehung bis hin zum „Musikwichtel“. Dort können Eltern mit ihrem Nachwuchs von acht Monaten an Kinderlieder erlernen und den ersten Kontakt zur Musik herstellen. „ Die ersten musikalischen Erfahrungen sind enorm wichtig“, sagt Stam. Deshalb sollten Eltern nicht darauf verzichten – selbst wenn sie nicht so begabt sind. „Jedes Kinder wird mit dem gleichen musikalischen Talent geboren, hat ein absolutes Gehör“, sagt er. Damit es nicht verloren gehe, müsse es bereits in den „Babyschühchen“ gefördert werden.

Der Unterricht beginnt stets spielerisch. Elemente der Musiksprache werden mit Hilfe von Märchen und Abzählreimen dargestellt. Jacek Stam erzählt Geschichte vom Bäcker, dessen Backofen das ganze Brot frisst. Bereits im ersten Unterricht ist jedes Kind sofort in der Lage, mehrteilige Aufgaben im Spiel zu lösen. Dabei werden die einzelnen Elemente in ihrem Gesamtzusammenhang betrachetet: Die Kindern lernen nicht Viertel-, halbe und ganze Noten, sondern rhythmisch zusammenhängende Ausdrücke. Nicht ein einzelner Ton, sondern eine musikalische Phrase steht im Vordergrund. Tonstufen werden zunächst anhand einfacher Kinderlieder geübt und dann in Beziehung zum Grundton gesungen. Auf diesem Wege entwickelt und fördert Stam bei den Kindern bereits in der Anfangsphase des Musikunterrichts ein Gefühl für Tonalität und Harmonie Diese Erfolge von Anfang an motivieren die Kinder zum weiterlernen. „Mit dieser Basis ist es ganz einfach, später auf ein Instrument umzusteigen“, so der Halterner.

Jacek Stam ist überzeugt, dass Kinder von der Brainin-Methode profitieren. Er erzählt vom guten Körpergefühl“, das einem das Singen verschaffe, dem Einüben von Rhythmus und Disziplin, dem Gefühl für die Gruppe und für sich selbst – „die Brainin-Methode ist eine Schule fürs Leben“, so sein Fazit. Doch auch, wenn das in diesem frühen Stadium der Kindheit verpasst worden sei, sei es nie zu spät, um mit der Musik anzufangen, lacht er.

Text: Irene Stock


 

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Für Jacek Stam (60) ist das Jahr 2012 ein Jubiläumsjahr: Genau 40 Jahre ist es her, dass der gebürtige Pole seinen ersten Auftritt beim Studentenfestival in Krakau /Polen hatte – und sofort mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Vor 20 Jahren kam er nach Haltern am See, wo er zunächst zehn Jahre in einer Musikschule unterrichtete. Am 4. Januar 2005 gründete er zusammen mit seiner Ehefrau Katharina eine eigene Musikschule. Parallel leitet er drei Chöre: den Shantychor Haltern und seit 2007 die „Chorvereinigung Haltern am See“, eine „Fusionschor“ aus den beiden Chören „MGV Frohsinn 1900“ und „Männerchor von 1921“.

Brainin-Musikschule Preludio
Jacek Stam
Lohstraße 38
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 168217
E-Mail: info (et) preludio.biz
Web: www.preludio.biz

Tag der offenen Tür bei Musikschule Preludio – 15.10.11

Das Angebot der Musikschule umfasst alle Altersstufen

Tag der offenen Tür Brainin-Musikschule Preludio

Haltern am See.    Die Musikschule Preludio in der Lohstraße 38 lädt am kommenden Sonnabend von 11-17 Uhr zu Besichtigung, Information und Hörgenuss ein.

Zahlreiche Musikschüler und das Team präsentieren sich im Laufe des Tages im großen Musiksaal, während sich die Interessenten bei Kaffee und Kuchen über die Schule und ihr Angebot informieren können. Alle Lehrer der Fächer musikalische Früherziehung, Geige, Cello, Kontrabass, Gitarre, E-Bass, Gesang und Klavier stehen für Schnupperunterricht und offene Fragen zur Verfügung.

Das Angebot der Musikschule umfasst alle Altersstufen, angefangen bei den Kleinsten den Musikwichteln (8-24 Monate), den musikalischen Vorschülern ca. (2-6 Jahre) bis hin zu den Instrumental- und Vokalschülern (4-99 Jahre). Viele Schüler von Jacek Stam und seinem Team haben bereits Auszeichnungen bei Wettbewerben erhalten, andere haben den musikalischen Weg zum Profi eingeschlagen und sind an Hochschulen angenommen worden. Die Schule besteht seit nunmehr 6 Jahren in Haltern und wird von Jacek und Katharina Stam mit Kopf, Herz und Hand erfolgreich geführt. Im Jahr 2010 wurden die neuen Räume in der Lohstraße 38 nach umfangreichen Sanierungsarbeiten bezogen.

Die musikalische Früherziehung nach der Methode von Valeri Brainin wird in NRW ausschließlich in Haltern und Dortmund angeboten. Sie zeichnet sich durch die Erziehung der Kinder zu aktiven Hörern aus, die Musik intuitiv erfassen und verstehen. Damit wird eine hervorragende Basis für den späteren Instrumentalunterricht gelegt. „Die Kinder, deren musikalische Wahrnehmung nach der Brainin-Methode geschult wurde, lernen im Instrumentalunterricht schneller und intensiver“ sagt Jacek Stam aus seiner langjährigen Erfahrung mit der Methode. Jacek Stam und sein Team bieten diesen Unterricht auch als Kooperation mit verschiedenen Kindergärten und Grundschulen in und um Haltern an.

Das Team der Schule setzt sich aus 7 Musikpädagogen zusammen, die auf Hochschulstudium und langjährige Erfahrung als Berufsmusiker zurückblicken. Am Tag der offenen Tür können mit allen Lehrern ausführliche Probeunterrichtstunden vereinbart werden und natürlich sind Anmeldungen möglich.

Bilderausstellung

In den Räumen der Musikschule stellt Ilona Betker ihre lebendigen und ausdrucksstarken Bilder für Kunstliebhaber und Sammler aus. Zeichnungen und Gemälde unterschiedlichster Techniken entführen den Betrachter in surrealistische Welten mit märchenhaften Gestalten und tiefgründigen Geschichten. [Fotogalerie]

 

 

 

Großes Sommerkonzert der Musikschule Preludio – Ankündigung

Wieder Sommerkonzert!

Halterner Zeitung – 16.07.2011 – Ankündigung

Preludio gibt Konzert - Halterner Zeitung - 16.07.2011 - Ankündigung

Am Sonntag, 17.07.2011, veranstaltet die Musikschule Preludio ihr alljährliches Sommerkonzert. Schüler aller Klassen präsentieren sich um 16.00 Uhr im Pfarrheim St. Laurentius. In dem circa 2-stündigen Programm werden Geiger, Gitarristen, Pianisten und Sänger zeigen, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Wie gewohnt wird Schulleiter Jacek Stam die Zeugnisse der abgelegten Semesterprüfungen in den Fächern Gesang und Klavier überreichen. Den Gesangsschülern bietet sich in diesem Jahr erstmals die Gelegenheit, nicht – wie gewohnt – mit Klavierbegleitung aufzutreten, sondern mit einem Jazz-Trio (Klavier, Gitarre, Schlagzeug) zu musizieren.

Katharina Stam lädt alle Anwesenden im Anschluss an das Konzert ein, bei Kaffee und Kuchen, den Tag in gemütlicher Runde ausklingen zu lassen.

Jazz, Blues & Ragtime: Beliebte Jazz-Bearbeitungen für Violine

Die meisten Violinisten möchten gerne Jazz spielen – und bleiben dann doch am Rande, während die Klarinetten, Trompeten und Gitarren ihnen mit ihren ‚Boogies‘ die Schau stehlen. Dennoch spielte die Violine immer eine Rolle im Jazz mit seinen eigenen virtuosen Interpreten wie Joe Venuti, Stuff Smith und Stephane Grappelli. Diese Sammlung von Jazz-, Blues- und Ragtime-Favoriten enthält einige Lieblingsmelodien, die auch für Violinschüler spielbar sind und in dieser Art Bearbeitung gut funktionieren.

Klarinette spielen – mein schönstes Hobby: Die moderne Schule für Jugendliche und Erwachsene.

Kurzbeschreibung: Das Spielbuch ist mit seiner abwechslungsreichen Sammlung an Spielstücken und Songs von Praetorius bis Joplin bestens für den Unterricht und die ersten Schülerkonzerte geeignet. Der Spaß am Zusammenspiel – entweder mit Klarinette und Klavier oder mit zwei Klarinetten – steht dabei im Vordergrund. Das Spielbuch ist auf die Lerninhalte des 1. Bandes der Schule „Klarinette spielen – mein schönstes Hobby“ abgestimmt. Hinweise im Inhaltsverzeichnis zeigen an, ab wann die Stücke gespielt werden können. Schwierigkeitsgrad: 1-2

Gericht sorgt für Paukenschlag


Musikschule Stam darf nach Eilverfahren Räume nicht nutzen

am 19. Mai 2010 – Stadtspiegel 

Gericht sorgt für Paukenschlag

Jetzt hat er es auch schwarz auf weiß: Am 7. Mai brachte der Postbote Jacek Stam eine „Nutzungsuntersagung“ die besagt, dass in seinem Haus an der Lohstraße 38 kein Musikunterricht erteilt werden darf.

„Wenn ich mich nicht daran halte, muss ich bis zu 500 Euro Strafe zahlen. Und wenn ich das nicht tue, sogar ins Gefängnis“, sagte er, und sein Kopfschütteln war durch die Telefonleitung spürbar. Das Schreiben bezieht sich auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen. Dort haben Nachbarn der Musikschule Klage eingereicht, hauptsächlich, weil sie Lärmbelästigung durch den Unterrichtsbetrieb befürchten. Seit dem vergangenen Sommer schon schwelt der Nachbarschaftsstreit um die Musikschule. Anwohner fühlten sich von Jacek Stam übergangen, als dieser ihnen mitteilte, dass er in vier Räumen des Hauses Musikschüler unterrichten wolle. Zunächst jedoch wartete er sowieso auf die Genehmigung von der Stadt. Im vergangenen Herbst und Winter wich er mit dem Unterricht in zwei Fitness-Studios aus. Anfang April war die Genehmigung da, drei Wochen lang fand Unterricht statt, dann fällte das Verwaltungsgericht sein Urteil im Eilverfahren.

Und nun müssen sich Jacek Stam und seine Frau Hanna Katharina erst einmal mit einem neuen Ausweichquartier für den Unterricht abfinden: „Freundlicherweise hat sich die stellvertretende Bürgermeisterin Hiltrud Schlierkamp bei der Kirchengemeinde St. Laurentius für uns eingesetzt“, berichtete Jacek Stam. „So können wir ab jetzt die Räume der Kaplanei an der Augusstusstraße nutzen. Allerdings nur eine kurze Zeit lang. Hoffentlich ändert das Gericht sein Urteil noch — bisher geht es ja noch um Entscheidungen in einem Eilverfahren — und können wir dann ganz normal hier unterrichten.“ Gerne würde Stam sich auch noch einmal mit den Klägern an einen Tisch setzen: „Eine TV-Produktionsfirma hat uns angeboten, einen Mediator zu stellen und das Ganze auf RTL zu senden. Vielleicht wäre das ja eine Möglichkeit.“ An die Möglichkeit, seine Schule an anderer Stelle zu betreiben, möchte er dagegen nicht denken: „Wir bleiben hier“, betont er.  – loh –