Brainin-Methode – Videos – 6J. Kind mit absolutem Gehör

Es wird eine kurze 4-Stimmen „Chorale“ gespielt.

6J. Kind mit absolutem Gehör

Es wird eine kurze 4-Stimmen „Chorale“ gespielt. Der zweite Teil der Chorale ist nicht harmonisiert. Ein Kind hat zu wiederholen, den ersten Teil und dann zur harmonisieren der zweite Teil mit der korrekten führenden Stimme. Danach muss das Kind zu finden, festellen, die Intervalle und Akkorde unmittelbar nachdem Herr Brainin es gespielt hat. [Video]

 

 

 

 

 

Musikalische Intelligenz nach Howard Gardner

Musikalische Intelligenz ist eine autonome Intelligenzform

Nette Überraschung

Keine der menschlichen Intelligenzen ist früher erkennbar als das musikalische Talent. Schon beim Kleinkind können wir erkennen, wie ausgeprägt die musikalische Begabung ist. Die musikalische Intelligenz ist eine autonome Intelligenzform, das zeigt sich unter anderem daran, dass selbst autistisch gestörte Kinder oder Kinder, die in anderen Intelligenzbereichen stark behindert sind, hohe musikalische Fähigkeiten entwickeln können. Man nimmt an, daß das Basis-Talent zur Musik weitgehend vererbt wird, dass aber doch andere, prägende Umwelteinflüsse, vor allem frühes Training, mit am Werk sein müssen, um die erstaunlichen „frühreifen“ Leistungen zu erzielen, die wir aus der Musikgeschichte kennen.

Der japanische Musiklehrer Suzuki hat mit Vorschulkindern ein Violin-Lernprogramm entwickelt, das die begabten Kleinen zu höchster Meisterschaft in diesem frühen Alter führt.

Gardner hat den kreativen Prozess bei Komponisten untersucht und ist dabei zu der Überzeugung gelangt, dass die „Erfindung“ von Musik kein Denkprozess ist, sondern eine Art „Tun“, wie beispielsweise Igor Strawinsky es beschrieben hat. Arnold Schönberg schrieb, dass der Komponist eine Sprache spricht, die sein Verstand nicht versteht, ebenso wie ein Schlafwandler Dinge tut, über die er im Wachzustand keine Auskunft mehr geben kann.

Komponenten der musikalischen Intelligenz

Komponenten der musikalischen Intelligenz sind die Fähigkeiten, Melodien, Rhythmen und Timbres (Klangfärbung) zu unterscheiden. Musik erfordert also eine horizontale Weise des Erfassens von Tönen und Tonfolgen über einen Zeitraum hinweg, und eine vertikale – die Wirkung von zwei oder mehreren Klängen zur selben Zeit, die Entstehung von Harmonien und Disharmonien.

Wie früh sich die musikalische Intelligenz bereits äußert, hat das tschechische Psychiater-Ehepaar Mechthild und Hanus Papousek erforscht: Sie stellten fest, dass Kinder schon mit zwei Monaten die Melodie, die Lautstärke und die Tonlage der Lieder ihrer Mütter erfassen können, und dass ein Kind schon mit vier Monaten eine rhythmische Struktur nachahmen kann. In der Mitte des zweiten Lebensjahres geschieht etwas Ent­ scheidendes in der Entwicklung der musikalischen Intelligenz: Zum ersten Mal sind Kinder in der Lage, selbst eine Serie von Tönen hervorzubringen, mit denen sie Intervalle erforschen.

Die Kinderpsychologin Jean Bamberger am Massachusetts Institute of Technology hat versucht, die Entwicklung der musikalischen Intelligenz analog zur kognitiven Entwicklungsfolge, wie sie Piaget beschrieben hatte, zu formulieren. Sie kam jedoch zu dem Schluss, dass die musikalische Intelligenz sich nach eigenen Regeln und Gesetzen entwickelt und nicht mit der linguistischen oder logischen mathematischen Intelligenz in Verbindung gebracht werden kann.

Das bedeutet nicht, dass es keine Querverbindungen zu anderen Bereichen des Intellekts gibt. Richard Wagner hatte in seiner Idee des Gesamtkunstwerks der Musik einen zentralen Platz gegeben – keineswegs die Laune eines Künstlers, denn die Musik hat in derTat weitreichenden Einfluss auf das menschliche Symbolsystem und andere intellektuelle Kompetenzen. Claude Levi-Strauss steht nicht allein mit seiner Meinung, daß, wenn wir Musik erklären können, wir auch den Schlüssel zum menschlichen Denken hätten. Besonders mit der räumlichen Intelligenz scheint die musikalische Intelligenz eng zusammenzuhängen. Schließlich sagt man der Musik auch eine sehr enge Verbindung mit der Mathematik nach, und von Pythagoras bis Bach wurde immer wieder versucht, musikalische und mathematische Ordnungen zueinander in Beziehung zu setzen. – H. E. –

(Dank freundlicher Unterstützung von Univ.-Prof. Günter Hanisch – aus Intelligenztheorie von Howard Gardner- Studienmaterialien Universität Wien)


  • [Musikwichtel für Kinder ab 8 Monaten]
    Bei den Musikwichtel werden Kinder ab ca. 8 Monaten zusammen mit ihren Eltern an die Wahrnehmung von Musik herangeführt. Der Kurs kann bis zum Alter von 3 Jahren fortgesetzt werden.Auf spielerische Art und Weise musizieren wir zusammen mit den Eltern und singen Lieder. Körperspiele, die von Liedern und Reimen begleitet werden, unterstützen uns bei der Entdeckung des eigenen Körpers (z.B. Hände, Füße, Beine, Arme). Musikwichtel lernen erste Instrumente und ihren Klang kennen.
  • [YouTube: 6-J. Kind mit absoluten Gehör – Brainin-Methode]

Brainin Method – Ear Training for children – 1st year of instruction
Here are demonstrated two forms of work with 4 to 6 years old children in order to develop their memory for music. These forms of work are:
(1) Hearing “in colors” (means relative pitch as a basis);
(2) Hearing in phrases (means rhythmic patterns as a bases).
You can see on this video the 1st year of instruction, which prepares children for more serious work with musical phenomena. The aim and later results one could observe in my other videos about the Brainin Method.

  • [Modell der multiplen Intelligenz nach Gardner]
    Howard Gardner bezweifelt das ganze Konzept der Intelligenzmessung. Aufbauend auf vielen Jahren psychologischer Forschung legt Gardner die Beweise für seine Theorie vor, dass es mindestens acht verschiedene Intelligenzbereiche gibt und sich jeder Mensch in verschiedenen Intelligenzbereichen einordnen kann.Nicht alle Intelligenzbereiche lassen sich aber mit Standardtests erfassen. Erst im Zusammenspiel dieser vielfachen Intelligenzen aber ergibt sich, wie Gardner es nennt, “menschlich kompetentes Verhalten”, das zu fördern die eigentliche Aufgabe jeder Gesellschaft sein müsste.Gardner unterschied ursprünglich acht Intelligenzenformen: sprachlich, musikalisch, logisch-mathematisch, körperlich-kinästhetisch, intrapersonal, intrapersonal, naturalistisch. In neuerer Zeit verweist er auf eine neunte Form der Intelligenz, die existenzielle (…)

Weitere Seiten zur Theorie der multiplen Intelligenzen nach Howard Gardner:
Die 8 1/2-Formen der Intelligenz

Alles zum Thema Emotionale Intelligenz (EQ)

Siehe auch Definition Intelligenz

Quelle: Psychologie-News – Neues aus der Psychologie http://psychologie-news.stangl.eu/17/modell-der-multiplen-intelligenz-nach-gardner

Vom Musikwichtel zum Solisten

21.04.12 LokalLust – Text: Irene Stock, Fotos: Jürgen Rustemeyer
Vom Musikwichtel zum Solisten PDF Download

Das absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern. Vom Musikwichtel zum SolistenDas absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern

Musikschule „Preludio“ unterrichtet nach der Brainin-Methode

Vom Musikwichtel zum SolistenVom Musikwichtel zum Solisten – LokalLust 21.Apr,12

Sie sitzen rund um den Flügel im Pfarrheim St. Antonius, fünf Jungs, zwei Mädchen. Alle im Kindergartenalter. Sie halten Holztafeln mit Notenlinien in der  Hand. Auf den kaum sichtbaren Fäden lassen sich schwarze und weiße Knöpfe auf die richtige Notenlinie schieben. Schlägt Jacek Stam einen tiefen Ton an, schieben die Kinder eine Note auf die unterste Linie der Tafel, schlägt er eine hohe Note an, rutscht eine zweite Note nach oben. Bis maximal zehn Noten, die Kinder nennen sie „Könige“, werden so über die Brainin-Tafel verteilt. Jacek Stam klopft den Rhythmus mit dem Schuh, dann geht er in einen Sprechgesang über: „ra ra ra ra – ra so.“ Und fragt: „Was für ein Lied ist das? Julius ruft:  „Hoppe, hoppe Reiter.“ Stimmt. „Die Kinder sind zwischen vier und sechs Jahre alt und können bereits nach drei bis fünf Monaten Töne unterscheiden. Dank der Brainin-Methode. Das hört sich nach „brain“, Englisch für Gehirn, an, hat aber damit nichts zu tun. Die Methode wurde von dem russischen Musikwissenschaftler Valeri Brainin entwickelt. Brainins Methode der musikalischen Früherziehung schult bereits bei Kindern ab 3 Jahren das musikalische Empfinden für Tonhöhen, Tonfolgen und Rhythmen über Hör, Seh- und Tastsinn und zielt auf den Erhalt des frühkindlichen absoluten Gehörs. Ganz nebenbei erlernen die Kinder gehörte Töne dem Klavier und dem Notensystem zuzuordnen und bekommen so eine fundierte Grundlage für das spätere Erlernen von Instrumenten.

Vor sieben Jahren gründeten Jacek und Katharina Stam ihre Klavierschule „Preludio“. Sie war 2005 dritte in Deutschland, die das Prädikat „Brainin-Musikschule“ erhielt und ihre Schüler nach dieser Methode unterrichten darf – und kann. Die Schulung der musikalischen Wahrnehmung mit der Methode von Valeri Brainin (GUS – ansässig in Hannover) ist nicht nur Basis der musikalischen Vorschule, in der inzwischen 80 Kinder unterrichtet werden. Die Methode findet Eingang in alle Unterrichtsfächer – Klavier, Stimmbildung, Gitarre, Akkordeon und Trompete. Um das zu gewährleisten, haben alle Musiklehrer bei Preludio eine besondere Ausbildung an der führenden Brainin-Musikschule in Hannover abgeschlossen.

„Preludio“ hat ein vielfältiges Angebot vom Einzelunterricht über die musikalische Früherziehung bis hin zum „Musikwichtel“. Dort können Eltern mit ihrem Nachwuchs von acht Monaten an Kinderlieder erlernen und den ersten Kontakt zur Musik herstellen. „ Die ersten musikalischen Erfahrungen sind enorm wichtig“, sagt Stam. Deshalb sollten Eltern nicht darauf verzichten – selbst wenn sie nicht so begabt sind. „Jedes Kinder wird mit dem gleichen musikalischen Talent geboren, hat ein absolutes Gehör“, sagt er. Damit es nicht verloren gehe, müsse es bereits in den „Babyschühchen“ gefördert werden.

Der Unterricht beginnt stets spielerisch. Elemente der Musiksprache werden mit Hilfe von Märchen und Abzählreimen dargestellt. Jacek Stam erzählt Geschichte vom Bäcker, dessen Backofen das ganze Brot frisst. Bereits im ersten Unterricht ist jedes Kind sofort in der Lage, mehrteilige Aufgaben im Spiel zu lösen. Dabei werden die einzelnen Elemente in ihrem Gesamtzusammenhang betrachetet: Die Kindern lernen nicht Viertel-, halbe und ganze Noten, sondern rhythmisch zusammenhängende Ausdrücke. Nicht ein einzelner Ton, sondern eine musikalische Phrase steht im Vordergrund. Tonstufen werden zunächst anhand einfacher Kinderlieder geübt und dann in Beziehung zum Grundton gesungen. Auf diesem Wege entwickelt und fördert Stam bei den Kindern bereits in der Anfangsphase des Musikunterrichts ein Gefühl für Tonalität und Harmonie Diese Erfolge von Anfang an motivieren die Kinder zum weiterlernen. „Mit dieser Basis ist es ganz einfach, später auf ein Instrument umzusteigen“, so der Halterner.

Jacek Stam ist überzeugt, dass Kinder von der Brainin-Methode profitieren. Er erzählt vom guten Körpergefühl“, das einem das Singen verschaffe, dem Einüben von Rhythmus und Disziplin, dem Gefühl für die Gruppe und für sich selbst – „die Brainin-Methode ist eine Schule fürs Leben“, so sein Fazit. Doch auch, wenn das in diesem frühen Stadium der Kindheit verpasst worden sei, sei es nie zu spät, um mit der Musik anzufangen, lacht er.

Text: Irene Stock


 

 > Infokasten
Für Jacek Stam (60) ist das Jahr 2012 ein Jubiläumsjahr: Genau 40 Jahre ist es her, dass der gebürtige Pole seinen ersten Auftritt beim Studentenfestival in Krakau /Polen hatte – und sofort mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Vor 20 Jahren kam er nach Haltern am See, wo er zunächst zehn Jahre in einer Musikschule unterrichtete. Am 4. Januar 2005 gründete er zusammen mit seiner Ehefrau Katharina eine eigene Musikschule. Parallel leitet er drei Chöre: den Shantychor Haltern und seit 2007 die „Chorvereinigung Haltern am See“, eine „Fusionschor“ aus den beiden Chören „MGV Frohsinn 1900“ und „Männerchor von 1921“.

Brainin-Musikschule Preludio
Jacek Stam
Lohstraße 38
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 168217
E-Mail: info (et) preludio.biz
Web: www.preludio.biz

Nachbarn klagen gegen Musikschule


Von Silvia Wiethoff – Halterner Zeitung – 29.04.2010

Musikunterricht muss wieder eingestellt werden

HALTERN Seit drei Wochen findet der Unterricht der Musikschule Preludio in einem Wohnhaus an der Lohstraße 38 statt. Jetzt ist der Standort erneut gefährdet. Denn zwei Nachbarn reichten jetzt Klage gegen die Musikschule ein.

Nach langer Wartezeit hatte die Bauverwaltung die Genehmigung für den Betrieb in einem Wohngebiet erteilt, weil sie alle Auflagen erfüllt sah. Zwei Nachbarn reichten Klage gegen diese Entscheidung beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Ihrem Antrag auf ein Eilverfahren wurde stattgegeben.

In der Zwickmühle befindet sich Dietmar Rüdiger, der als Eigentümer eines Hauses neben der Musikschule gemeinsam mit einem weiteren Nachbarn die Klage anstrengte. „Grundsätzlich ist das Projekt für Haltern wichtig. Ich komme selbst aus der Jugendarbeit und kenne den Stellenwert“, erklärte er.

Er könne jedoch nicht nachvollziehen, „wie man ein solches Projekt in einem Wohngebiet genehmigen kann“. Die Kläger sehen ihre Interessen verletzt und befüchten vor allem Beeinträchtigungen durch Lärmemissionen.

Lärmschutzgutachten

Die Stadt habe den Inhaber der Musikschule, Jacek Stam, bereits aufgefordert, den Unterricht an der Lohstraße einzustellen. Für die Stadt nahm Pressesprecher Georg Bockey zum Stand des Verfahrens Stellung. Die Genehmigung sei auf der Grundlage eines vorliegenden Lärmschutzgutachtens erfolgt.

Danach dürfe in dem Haus, das Familie Stam vor Monaten erwarb, ein 25-köpfiges Blasorchester musizieren, wenn die Türen und Fenster geschlossen bleiben. Probleme durch den Zu- und Abfahrverkehr habe die Verwaltung nicht gesehen. Genau diese Thematik aber führte jetzt dazu, dass das Verwaltungsgericht die Klage der Nachbarn als erfolgversprechend einstufte.

Protestaktion

Jacek Stam denkt nach eigenen Worten nicht daran, den Betrieb in seiner Musikschule einzustellen. „Wir arbeiten weiter“, ließ er am Donnerstag wissen. Er habe schließlich alle Auflagen erfüllt. Monatelang mussten die fünf Mitarbeiter der Musikschule und die etwa 100 Schüler in die Räume zweier Fitnessstudios ausweichen. Jetzt endlich erfolgte der Umzug in vier Unterrichtsräume im ersten und zweiten Stock des neuen Standortes. Stam kündigte eine eine Protestaktion der Eltern an. – Silvia Wiethoff –

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(Geklagt haben Fam. Hans Falck, Gilden Str. 9A und Dietmar Rüdiger, Rekener Str. 265)


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Nachbarin: „Die Schule stört uns nicht“


Siehe:


VIDEO Lokal TV: Anwohnerstreit um Musikschule


Leserbriefe zum Artikel „Nachbarn Klagen gegen Musikschule“

Knüppel zwischen die Beine
Halterner Zeitung – 01.05.2010

Das darf doch wohl nicht wahr sein. Pianist und Musikschulleiter J. Stam erwirbt mit Zustimmung der Stadt ein Haus, um dort mit hochqualifizierten Mitarbeitern Instrumental- und Gesangsunterricht anzubieten.

Doch vom ersten Tag an haben ein paar Nachbarn etwas dagegen. Immer wieder werden auf deren Betreiben dem Preludio-Chef neue Auflagen gemacht, aufwändige Umbauarbeiten wegen erwarteter Lärmbelästigung angeordnet, Spezialfenster muss er einbauen lassen, Feuerschutztüren müssen angefertigt werden. Herr Stam muss teure Gutachten selbst erstellen lassen, Anwälte bezahlen. Und immer wieder finden diese Nachbarn neue Knüppel, die sie Familie Stam zwischen die Beine werfen. Um zu verhindern, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, sorgen sie daffür, dass die Stadt auf der ganzen Straßenseite vor der Musikschule Halteverbotsschilder aufstellt (Halteverbotschilder stehen schon länger und sind nicht wegen der Musikschule gestellt – Vermerk: Jacek Stam).

Wer fühlt sich verantwortlich, wenn ein Kind angefahren wird, weil es nun die Straße erst überqueren muss, um zu Preludio zu gelangen?

Interessiert es die Nachbarn überhaupt, dass die meisten Musikschüler, zu denen ich aüch gehöre, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Unterricht kommen? Vielleicht klagen die Nachbarn als nächstes gegen abgestellte Fahrräder oder Kinderwagen oder gegen fehlende Sozialräume für wartende Mütter?

Muss Herr Stam bald einen Mülleimer aufstellen und die +regelmäßige und hygienische Leerung durch einen zertifizierten Fachbetrieb nachweisen, damit Schüler ein Bonbonpapier korrekt entsorgen können? Schade nur, dass durch diese Nachbarn mehrere Arbeitsplätze von Musiklehrern gefährdet werden und die Existenz der Familie Stam bedroht ist. Den größten Schaden aber erleiden die Musikschüler, wenn Preludio schließen muss.

• Mattias Bünnemann
Elsa-Brandström-Str. 7


Nachbarschutz missachtet
Halterner Zeitung – 04.05.2010

Dass Sie der Musikschule Jacek Stam (Preludio) ein Forum bieten, sein fehlendes Rechtsempfinden zur Schau zu stellen, sogar mit der Androhung von Protestaktionen der Eltern, kann uns betroffene Nachbarn nicht mehr kalt lassen. Das ist ja genauso, als wenn ein von der Polizei ertappter Temposünder öffentlich erklärt, dass er weiter zu rasen gedenke… Wir hätten nichts gegen die Tätigkeit einer honorigen Musikschule einzuwenden, und schon gar nicht hegen wir Vorurteile gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Allein dieses Hineindrängen eines Lärm verursachenden Schulbetriebes mit zusätzlichem PKW-Verkehr in ein gewachsenes, ruhiges Wohngebiet brüskiert hier beispiellos. Ohne eine vorherige Kontaktaufnahme zu uns betroffene direkte Nachbarn, ausgestattet mit einer mündlichen Zusage des Baudezernenten zur Zulässigkeit der Umnutzung des Hauses Lohstraße 38 in eine Musikschule, kaufte Herr Stam das Grundstück und bekam prompt die begehrte fragwürdige Nutzungsänderungsgenehmigung, in der der Nachbarschutz so rücksichtslos missachtet wurde — was erst das Verwaltungsgericht der Stadt klarmachen konnte. Den ganzen Ärger hätte man sich sparen können, hätten Herr Kiski und Herr Stam vor der Kaufentscheidung das Gespräch mit uns gesucht, um alternative Ständorte zu finden. Stattdessen wurde ohne jegliche nachbar-, bau- und immissionsschutzrechtliche Prüfung von Anfang an Herrn Stam versichert, dass die Musikschule im Haus Lohstraße 38 zulässig ist, was erst den Konflikt ausgelöst hat. Besser sind da Standorte in Gebieten, die für Lärmemissionen unanfälliger
sind, (…).

• Hans-Erdmann Falck
Gildenstraße 9 a
• Dietmar Rüdiger
Rekener Straße 265


Straße macht mehr Larm
Halterner Zeitung – 04.05.2010

Mir ist schon oft aufgefallen, dass Anwohner einer Nebenstraße sich über Autolärm beschweren. Wir wohnen an der Weseler Straße. Ich wüsste nicht, dass von da mal eine Beschwerde kam. Von morgens früh bis abends spät rauscht der Verkehr. Autos ohne Ende, viele große LKW, Busse, die großen Trecker, die mehr Lärm machen als Panzer. Immer wieder das Martinshorn von Krankenwagen und Feuerwehr. Am Wochenende Karawanen von Motorrädern. Die Rasenmäher, Sportflugzeuge, die großen Jets, die Warteschleifen über Haltern fliegen. Ich könnte noch mehr Lärmerzeuger aufzählen. Das alles müssen wir ertragen, jeden Tag! Was ist das gegen die paar Autos bei Herrn Stam und in der Lohstraße. Alle wollen Auto fahren, keiner will sie vor der Tür stehen haben. Die Weseler Straße ist ständig zugeparkt, auch unsere Einfahrt.

Ich wünsche Herrn Stam, dass er bald in Ruhe arbeiten kann.

Henni Wiedemann
Weseler Straße 44


Das Leben der Stadt akzeptieren
Halterner Zeitung – 07.05.2010

Was sind das für Nachbarn, die sich an fröhlichem Kinderlärm stören??

Herr Stam, seine Frau und ihre Angestellten leisten Großartiges in ihrer Arbeit in der Musikschule Preludio, indem sie neue Wege gehen in der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen, neue Impulse setzen abseits der etablierten städtischen Musikschulen.

Diese Musikschule ist eine Bereicherung für die Kultur unserer Stadt. Was sind das für Nachbarn, die sich derart durch diese Schule gestört fühlen?

Immer neue fadenscheinige Argumente werden angeführt, um den Betrieb zu verbieten: zunächst müssen umfangreiche Schallschutzmaßnahmen getroffen werden, dann Parkplätze gebaut werden und nun stört gar die Anfahrt der Autos? Unsere Stadt bietet sicherlich das große Privileg, dass man hier stadtnah, zentrumsnah und doch ruhig wohnen kann. Aber muss man dann nicht auch das Leben der Stadt akzeptieren? Ist dies nicht eigentlich eine Bereicherung, macht dies nicht das Leben aus? Ich hoffe nur, dass Familie Stam durchhält, weitermacht in ihrem Engagement und sich nicht vertreiben lässt aus dieser unfreundlichen Stadt!

Dr. Annette Rudolph
Hauptstr. 94
Hullern


E-Mails an die Behörde

Sehr geehrter Herr Klimpel, sehr geehrter Herr Klose,

als ehemalige Bürgerin Halterns und ehemalige Musiklehrerin im Team von Herrn Stam möchte auch ich mich zu dem laufenden Verfahren äußern.

Ich finde es sehr bedrückend, dass es unser Rechtssystem gestattet, dass „Verkehrslärm“ von hinter einem Gebäude ein und ausfahrenden Autos höher bewertet wird als die Existenzbedrohung für Familie Stam durch die Schließung der Musikschule.

Herr Stam hat viele Monate im Ausweichquartier unterrichtet, um das ordentliche Genehmigungsverfahren abzuwarten, hat derweil jede Menge Geld in das Haus gesteckt und sehr viele Unannehmlichkeiten auf sich genommen. Auch die 90 Schüler und deren Familien haben in dieser Zeit ihren Beitrag zum Frieden in der Lohstraße geleistet, in dem sie diese Übergangszeit mitgemacht haben.

Gerecht wäre gewesen, die Bedenken des Gerichts gegen den „Verkehrslärm“, der möglicherweise dem Schallgutachter durchgegangen ist, in Form einer Auflage, die Herr Stam in einem angemessenen Zeitraum zu erfüllen hat, zu berücksichtigen. Für diesen Zeitraum wäre es den Herren Klägern sicher zumutbar gewesen, den „Lärm“ zu ertragen.

Die beiden Herren Kläger (von denen der eine gemäß Teleauskunft nicht mal selbst Nachbar ist, sondern dort nur ein Haus besitzt!) haben viel Talent bewiesen, genau den juristischen Winkelzug zu wählen, bei dem das Rechtssystem so reagieren kann, darf oder muss – hier gibt es andere, die sich besser auskennen, z.B. die Kläger.

Es tut mir in der Seele weh zu sehen, wie diese Menschen erfolgreich die hochkarätige musikalische und kulturelle Bildung der über 90 Halterner Kinder verhindern können. Und ehrlich gesagt gehe ich davon aus: diesen Herren wird wieder etwas Neues einfallen, wie sie den Betrieb der Schule weiter verhindern können.

Musikschule ja bitte, aber nicht bei uns!
Bolzplätze ja gerne, aber keinen Lärm bitte!
Kinderspielplätze, immer her damit, aber bitte ohne Kinder!

Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle etwas niveaulos kommentiere, aber mehr als Entsetzen über die Vorgänge habe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Sylke Wiegers-Kvasin
Nagold


Sehr geehrter Herr Klimpel

Sehr geehrter Herr Klose

Wir möchten an dieser Stelle auch ein Lanze brechen für unseren liebenswerten und geschätzten Musiklehrer Herrn Stam.

Die nachstehenden Sprichwörter treffen es wohl am besten was da gerade vor sich geht:

1.) Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

2.) Böse Menschen haben keine Lieder.

Herr Stam hat seine Schallschutzauflagen erfüllt. Über störende Gepflogenheiten, falsch geparkte Fahrräder, An- und Abfahrende Autos, sollte man sicherlich reden können und gemeinsame Änderungsvorschläge besprechen und umsetzen.

Aber in diesem Fall scheint seitens der Nachbarn keine gemeinsame Lösung gewünscht zu sein. Ein verbohrter Mensch beißt sich in eine Sache hinein, nur um Recht zu kriegen und das Gesicht nicht zu verlieren. Schade das Justitia nicht sehen kann und statt die Prüfung und Beobachtung vor Ort voranzustellen, zunächst die Schließung der Musikschule fordert. Was eine Existenzbedrohung zur Folge haben kann.

Wir finden es wichtig, dass die Musikschule zentral in der Stadt liegt, damit die Kinder sie mit dem Fahrrad erreichen können. Sollte Autoverkehr entstehen, so lediglich 1x die Stunde. Die Straße wird zudem als Abkürzung missbraucht und ist schon jetzt stark befahren. Ich weiß nicht, ob Sie bereits eine Anliegerstraße ist, aber dazu könnte man sie machen.

Wir hoffen, dass die Angelegenheit schnellstmöglich in Frieden geklärt wird und Herr und Frau Stam endlich in Ruhe Ihrer wundervollen Arbeit, Kindern die Musik nahe zu bringen, nachgehen können.

Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Ing. Architektin Anne Weidemann mit Henrike und Merit


Sehr geehrte Damen und Herren,

als Eltern einer Klavierschülerin verfolgen wir nun seit einiger Zeit das Verfahren gegen Herrn Stam und seine Musikschule seitens der Kläger.

Auch vorher schon waren wir mit der Musikschule verbunden und haben das Engagement von Herrn und Frau Stam und deren Musiklehrern durch die Kindergartenarbeit, Früherziehung und Weiterbildung bewundert.
Wie kann es sein, das so engagierten Menschen mit sehr viel Interesse an der pädagischen Musikausbildung für Kindern so wenig Unterstützung wiederfährt?
Die Bemühungen von Herrn Stam, durch Spiele in Altenheimen, im alten Rathaus, Klavierkonzerten, Semesterprüfungen, etc. sind doch sehr vielfältig und ganz sicher nicht nur kommerziell begründet. Für unsere Stadt ist es ganz bestimmt eine vorzeigbare Institution die auch unterstützt werden sollte.

Wir hoffen, das unserer Tochter noch lange dieser Unterricht der besonderen Art erhalten bleibt und hoffen daher auch auf die Unterstützung der Stadt Haltern.

Mit freundlichem Gruß
Christiane Kühn


Auch ich verfolge die Streitigkeiten um die Musikschule Preludio mit großer Betroffenheit. Ich kann dazu nur sagen, dass es mich mit tiefem Schamgefühl erfüllt, wie mit Menschen wie Jacek Stam und seiner Frau umgegangen wird, die mit viel Idealismus, Menschenliebe und Bescheidenheit ihre Musikschule betreiben. Ich erkläre mich uneingeschränkt solidarisch mit Familie Stam und verabscheue Menschen, die nur bis zur eigenen Haustür denken und handeln können. Jacek Stam macht eine wertvolle Arbeit, die generationsübergreifend Haltern sehr bereichert. Ich denke, hier ist beherztes, unterstützendes Handeln durch die Stadtverwaltung und Solidarisierung unter den Halterner Bürgern notwendig.

Annette Greiner