„Diskriminierung unserer Schüler beenden“

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Mozart für alle: Landesverband NRW fordert mehr Gerechtigkeit für Schüler privater Musikschulen / Gutachten bestätigt rechtliche Fallstricke

Bundesverband der Freien Musikschulen e.V. - Diskriminierung unserer Schüler beendenBONN, 27. Mai 2015.    Musikunterricht wird immer privater. Mittlerweile erhalten rund 50 Prozent aller Schüler in Deutschland ihre Ausbildung an einer freien oder privaten Schule. Ein Anteil, der in Zeiten knapper Kassen weiter zunehmen wird. Eltern müssen für Privatunterricht deutlich tiefer in die Tasche greifen. Geld, das manche Familien einfach nicht übrig haben. Fördergelder für sozial benachteiligte Schüler gibt es bislang nur für Schulen und deren Schüler in kommunaler Trägerschaft. „Eine Ungerechtigkeit, die ein Ende haben muss“, fordert Mario Müller, Vorsitzender des Bundesverbands Privater Musikschulen e.V. (bdfm).

Um seiner Forderung Ausdruck zu verleihen, hat der im bdfm organisierte Landesverband Rheinland-Pfalz ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse jetzt vorliegen.

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Förderpraxis mit Fallstricken

Prof. Josef Ruthig vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht und Rechtsvergleichung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat sich in seiner Analyse mit der Frage beschäftigt, ob die aktuelle Regelung, ausschließlich Schüler kommunaler Einrichtungen zu fördern, rechtlich haltbar ist. Mit folgendem Ergebnis: „Die derzeitige Förderpraxis weist viele verschiedene Fallstricke auf“, heißt es in dem Gutachten. Die aktuelle Ausgestaltung der Musikschulförderung sei verfassungsrechtlich problematisch. Durch die derzeitige Praxis werde der Zweck, sozial benachteiligte Schüler mit Einschränkungen zu fördern, nicht erreicht.

Prof. Ruthig schlägt Musikschulgesetz vor

Am ehesten könne man hier Rechtssicherheit durch ein Musikschulgesetz schaffen. Denn es beständen erhebliche Zweifel daran, dass die derzeitige Förderpraxis einer europarechtlichen Überprüfung standhalten würde, so Prof. Ruthig. Staatliche Förderpolitik kann auch anders aussehen. Das belegt das Beispiel Bayerns. Dort werde neben den Musikschulen in kommunaler Trägerschaft auch die privaten Musikschulen vom zuständigen Kultusministerium ausdrücklich als „eine weitere Säule der Musikausbildung in Bayern“ gewürdigt und gefördert: Schon aus tatsächlichen Gründen müssten Privatschulen wie in Bayern als weitere Säule der Musikausbildung bei den Überlegungen Berücksichtigung finden, heißt es in dem Gutachten.

Die zweite Säule der Musikschullandschaft

Man solle die rechtlichen Herausforderungen aber vor allem als Chance begreifen um auch für die Zukunft trotz beschränkter staatlicher Mittel eine möglichst umfassende musikalische Ausbildung im Land zu gewährleisten, so Prof. Ruthig am Ende seiner Analyse. „Dafür wäre eine gesetzliche Regelung mehr als ein Signal.“

Für den bdfm ist das Ergebnis Wasser auf seiner Mühle. Der Bundesverband fordert von der Politik: „Wir erwarten sowohl von den Landesregierungen als auch von den Kommunen, dass sie die Diskriminierung unserer Schüler beenden“, so Vorsitzender Mario Müller. „Sowohl Kommunen als auch Länder müssen Unterrichtskosten – gerade für Schüler aus sozial benachteiligten Familien – in gleicher Weise bezuschussen. Unabhängig von der jeweiligen Schulträgerschaft.“ Das funktioniere bei Kindergärten und bei allgemeinbildenden Schulen bereits seit Jahrzehnten. Müller: „Freie und private Musikschulen sollen endlich als das behandelt werden, was sie sind: die zweite Säule der Musikschullandschaft.“

Der Bundesverband privater Musikschulen werde mit diesem Gutachten im Rücken nicht mehr ruhen, bis das Prinzip der Teilhabegerechtigkeit auch in der Musikschullandschaft gelte, so Müller weiter. „Wir fordern die Politik auf, endlich aktiv zu werden.“

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Kontakt:

Bundesverband der Freien Musikschulen (bdfm) e.V.
Mario Müller
Frankenweg 41, 53225 Bonn
Tel.: 0151 / 22963187
Mail: mario.mueller@bdfm.de
Web: http://www.bdfm.de

Siehe: Private-Musikschulen-fordern-Zuschuesse von Rolf Kleinfeld – General Anzeiger

 

Kinder machen mit Freunde Theater

Theaterwerkstatt
Angebot der Musikschule Preludio

Halterner Zeitung, 17.02.2014

Kinder machen Freunde mit Theater . Angebot der Musikschule PreludioHALTERN. Zum zweiten Mal bietet die Musikschule Preludio Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, das Theaterspielen praktisch zu erlernen. Am Montag, 17. März, geht es los.

UPDATE: Aufgrund von zu wenig Anmeldungen, findet die zweite Auflage des Theaterwerkstattees in März 2014 leider nicht statt! Wir bitten um Verständnis.

Anhand des Theaterstücks „Atlantis, die versunkene Stadt“ lernen die Kinder unterschiedliche Rollen kennen, müssen kleine Texte erlernen und in verschiedene Rollen hineinschlüpfen.

Bei dem Theaterstück geht es um einen kleinen verzauberten Jungen, der sich aus seiner Rolle als Clownfisch befreit, in dem er sich mutig und couragieet für andere Lebewesen einsetzt und viele Abenteuer unter Wasser besteht.

Sein Mut und seine Unerschrockenheit lösen den Zauber und lassen ihn glücklich in seine Familie zurückkehren. Bevor dies geschieht, muss Ben jedoch einige Bewährungsproben mit Kraken und gefährlichen Haien überwinden. Im Spiel werden die Fähigkeiten der Kinder zu singen, zu tanzen und sich frei zu bewegen, geschult. Das Mitspieltheater ermöglicht Kindern, ihr Selbstbewusstsein spielerisch zu stärken.

Soziales Miteinander

Wichtig ist der Musikschule Preludio dabei, dass alle Sinne aktiviert werden und die Kinder mit anderen gemeinsam ein soziales Miteinander entwickeln und ausformen.
Am Ende von zehn Trainingsterminen steht eine kleine Aufführung, zu der alle Eltern, Verwandte und Bekannte eingeladen sind.

Die Übungen zum Theater finden in den Räumlichkeiten der Musikschule Preludio an der Lohstraße statt. Bis 15. März werden dort noch Anmeldungen angenommen, bevor am 17. März mit den Probearbeiten begonnen wird.

Interessenten wenden sich an Tel.: 16 82 17.


Siehe: Fotogalerie – Theaterwerkstatt – 1. Aufführung

 

 

 

 

 

Vom Musikwichtel zum Solisten

21.04.12 LokalLust – Text: Irene Stock, Fotos: Jürgen Rustemeyer
Vom Musikwichtel zum Solisten PDF Download

Das absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern. Vom Musikwichtel zum SolistenDas absolute Gehör in den „Babyschühchen“ fördern

Musikschule „Preludio“ unterrichtet nach der Brainin-Methode

Vom Musikwichtel zum SolistenVom Musikwichtel zum Solisten – LokalLust 21.Apr,12

Sie sitzen rund um den Flügel im Pfarrheim St. Antonius, fünf Jungs, zwei Mädchen. Alle im Kindergartenalter. Sie halten Holztafeln mit Notenlinien in der  Hand. Auf den kaum sichtbaren Fäden lassen sich schwarze und weiße Knöpfe auf die richtige Notenlinie schieben. Schlägt Jacek Stam einen tiefen Ton an, schieben die Kinder eine Note auf die unterste Linie der Tafel, schlägt er eine hohe Note an, rutscht eine zweite Note nach oben. Bis maximal zehn Noten, die Kinder nennen sie „Könige“, werden so über die Brainin-Tafel verteilt. Jacek Stam klopft den Rhythmus mit dem Schuh, dann geht er in einen Sprechgesang über: „ra ra ra ra – ra so.“ Und fragt: „Was für ein Lied ist das? Julius ruft:  „Hoppe, hoppe Reiter.“ Stimmt. „Die Kinder sind zwischen vier und sechs Jahre alt und können bereits nach drei bis fünf Monaten Töne unterscheiden. Dank der Brainin-Methode. Das hört sich nach „brain“, Englisch für Gehirn, an, hat aber damit nichts zu tun. Die Methode wurde von dem russischen Musikwissenschaftler Valeri Brainin entwickelt. Brainins Methode der musikalischen Früherziehung schult bereits bei Kindern ab 3 Jahren das musikalische Empfinden für Tonhöhen, Tonfolgen und Rhythmen über Hör, Seh- und Tastsinn und zielt auf den Erhalt des frühkindlichen absoluten Gehörs. Ganz nebenbei erlernen die Kinder gehörte Töne dem Klavier und dem Notensystem zuzuordnen und bekommen so eine fundierte Grundlage für das spätere Erlernen von Instrumenten.

Vor sieben Jahren gründeten Jacek und Katharina Stam ihre Klavierschule „Preludio“. Sie war 2005 dritte in Deutschland, die das Prädikat „Brainin-Musikschule“ erhielt und ihre Schüler nach dieser Methode unterrichten darf – und kann. Die Schulung der musikalischen Wahrnehmung mit der Methode von Valeri Brainin (GUS – ansässig in Hannover) ist nicht nur Basis der musikalischen Vorschule, in der inzwischen 80 Kinder unterrichtet werden. Die Methode findet Eingang in alle Unterrichtsfächer – Klavier, Stimmbildung, Gitarre, Akkordeon und Trompete. Um das zu gewährleisten, haben alle Musiklehrer bei Preludio eine besondere Ausbildung an der führenden Brainin-Musikschule in Hannover abgeschlossen.

„Preludio“ hat ein vielfältiges Angebot vom Einzelunterricht über die musikalische Früherziehung bis hin zum „Musikwichtel“. Dort können Eltern mit ihrem Nachwuchs von acht Monaten an Kinderlieder erlernen und den ersten Kontakt zur Musik herstellen. „ Die ersten musikalischen Erfahrungen sind enorm wichtig“, sagt Stam. Deshalb sollten Eltern nicht darauf verzichten – selbst wenn sie nicht so begabt sind. „Jedes Kinder wird mit dem gleichen musikalischen Talent geboren, hat ein absolutes Gehör“, sagt er. Damit es nicht verloren gehe, müsse es bereits in den „Babyschühchen“ gefördert werden.

Der Unterricht beginnt stets spielerisch. Elemente der Musiksprache werden mit Hilfe von Märchen und Abzählreimen dargestellt. Jacek Stam erzählt Geschichte vom Bäcker, dessen Backofen das ganze Brot frisst. Bereits im ersten Unterricht ist jedes Kind sofort in der Lage, mehrteilige Aufgaben im Spiel zu lösen. Dabei werden die einzelnen Elemente in ihrem Gesamtzusammenhang betrachetet: Die Kindern lernen nicht Viertel-, halbe und ganze Noten, sondern rhythmisch zusammenhängende Ausdrücke. Nicht ein einzelner Ton, sondern eine musikalische Phrase steht im Vordergrund. Tonstufen werden zunächst anhand einfacher Kinderlieder geübt und dann in Beziehung zum Grundton gesungen. Auf diesem Wege entwickelt und fördert Stam bei den Kindern bereits in der Anfangsphase des Musikunterrichts ein Gefühl für Tonalität und Harmonie Diese Erfolge von Anfang an motivieren die Kinder zum weiterlernen. „Mit dieser Basis ist es ganz einfach, später auf ein Instrument umzusteigen“, so der Halterner.

Jacek Stam ist überzeugt, dass Kinder von der Brainin-Methode profitieren. Er erzählt vom guten Körpergefühl“, das einem das Singen verschaffe, dem Einüben von Rhythmus und Disziplin, dem Gefühl für die Gruppe und für sich selbst – „die Brainin-Methode ist eine Schule fürs Leben“, so sein Fazit. Doch auch, wenn das in diesem frühen Stadium der Kindheit verpasst worden sei, sei es nie zu spät, um mit der Musik anzufangen, lacht er.

Text: Irene Stock


 

 > Infokasten
Für Jacek Stam (60) ist das Jahr 2012 ein Jubiläumsjahr: Genau 40 Jahre ist es her, dass der gebürtige Pole seinen ersten Auftritt beim Studentenfestival in Krakau /Polen hatte – und sofort mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurde. Vor 20 Jahren kam er nach Haltern am See, wo er zunächst zehn Jahre in einer Musikschule unterrichtete. Am 4. Januar 2005 gründete er zusammen mit seiner Ehefrau Katharina eine eigene Musikschule. Parallel leitet er drei Chöre: den Shantychor Haltern und seit 2007 die „Chorvereinigung Haltern am See“, eine „Fusionschor“ aus den beiden Chören „MGV Frohsinn 1900“ und „Männerchor von 1921“.

Brainin-Musikschule Preludio
Jacek Stam
Lohstraße 38
45721 Haltern am See
Tel.: 02364 168217
E-Mail: info (et) preludio.biz
Web: www.preludio.biz

Wie einzigartig ist der Mensch? Die Evolution des Geistes…

Die Evolution des Geistes, der Intelligenz und des BewusstseinsDie Evolution des Geistes, der Intelligenz und des Bewusstseins

Die Evolution des Geistes und die Entstehung von Intelligenz und Bewusstsein sind überaus spannende Themen. Was ist Intelligenz? Wo beginnt sie? Schon beim Einzeller? Erst bei den Wirbeltieren? Wie muss ein Gehirn beschaffen sein, das höhere kognitive Leistungen hervorbringt? Wie sind in der Evolution Geist und Bewusstsein entstanden? Ist der Mensch einzigartig? Worin genau unterscheidet sich unsere Art von anderen intelligenten Tieren?

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth zählt zu den angesehensten Neurowissenschaftlern Deutschlands. Er hat zahlreiche Sachbücher veröffentlicht, u.a. „Kopf oder Bauch? Zur Biologie der Entscheidung“, „Lernen und Gehirn: Der Weg zu einer neuen Pädagogik“, „Entmoralisierung des Rechts. Maßstäbe der Hirnforschung für das Strafrecht“. Er ist außerdem Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Mitgründer der Roth GmbH, Applied Neuroscience. Im Dezember 2011 erhielt Gerhard Roth das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Der komplette Vortrag:

  1. Wie einzigartig ist der Mensch?
  2. Lernverhalten und Werkzeuggebrauch
  3. Selbsterkennen, Wissen und Nichtwissen
  4. Die Sprache
  5. Das Gehirn (1)
  6. Das Gehirn (2)
  7. Die Intelligenz des Menschen
  8. Die Intelligenz der Vögel
  9. Nahtod-Erlebnisse, Telepathie und außerkörperliche Erfahrungen
  10. Das Resümee

Seine Forschungsgebiete an der Universität Bremen:

  • neurobiologische Grundlagen des Sehens und der visuellen Verhaltenssteuerung bei Wirbeltieren;
  • neurobiologische Grundlagen der emotionalen Verhaltenssteuerung;
  • Entwicklungsneurobiologie
  • theoretische Neurobiologie und Neurophilosophie.

http://www.ifh.uni-bremen.de/
http://ans-roth.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Roth_%28Biologe%29
http://www.urania.de/

 
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Kurze Biografie:
Gerhard Roth (* 15. August 1942 in Marburg) ist ein deutscher Biologe und Hirnforscher.

Ausbildung
Roth studierte nach dem Besuch des humanistischen Friedrichs-Gymnasium in Kassel von 1963 bis 1969 als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes in Münster und Rom zunächst Musikwissenschaft, Germanistik und Philosophie. In diesem Fach promovierte er 1969 mit einer Arbeit über den Marxisten Antonio Gramsci. Anschließend absolvierte Roth ein Studium der Biologie, u. a. in Berkeley (Kalifornien), das er 1974 an der Universität Münster mit einer zweiten Promotion in Zoologie beendete. [mehr]