Musikschule Preludio gibt Sommerkonzert der Extreme

Das traditionelle Semesterabschlusskonzert

 im Alten Rathaus mit einer bunten Schar vorspielender SchülerInnen stimmte das Publikum auf den Sommer ein.

Sommerkonzert der Extreme

Die besagte Schar bestand diesmal aus 23 Klavierschülern im Alter von 6 bis 17 Jahren, deren Spielerfahrung zwischen sage und schreibe 4 Monaten und 5 Jahren liegt. Ursprünglich geplant waren 30, so viele wie nie zuvor. Damit fingen die Extreme schon an. Klar, dass man die Leistungen dieser Schüler alle unterschiedlich bewerten muss. So hat beispielsweise Jan Bernd Kruth (10, er spielte die Comptine „L´après midi“ von Yaan Tiersen) bereits mit 5 Jahren angefangen Klavier zu spielen.

Musikschulleiter und Klavierdozent Jacek Stam nimmt die Bewertung der Schüler sehr ernst. 12 Kriterien stellt er für Semesterprüfungen in seinem Fach auf, darunter künstlerisches-emotionales Spiel, melodisches Spiel, Phrasierung, aber auch Verhalten auf der Bühne, Auf-und Abgang. „Die Schüler sollen sich verbeugen, sonst kriegen sie keinen Applaus“ meinte Stam scherzhaft.

Und tatsächlich verbeugte sich jeder der 23 jungen Pianisten, alle wahrten die Form und spielten souverän ohne in Panik zu geraten. Und auch noch nie hatten insgesamt neun von ihnen ihre Semesterprüfung – am vergangenen Mittwoch – mit Auszeichnung bestanden. Sie alle bekamen von Jacek Stam ihr Zeugnis überreicht und reihten sich in das bunte und vielfältige Klavierrepertoire ein. Es reichte von von „Regenbogen“ und anderen beliebten Kinderstücken John Wesley Schaums bis zum Rondo Allegro von Ludwig van Beethoven (Julius Maetzig, 22,1 von 25 Punkten, Note 1-) und der Sonatine C-Dur von Clementi (Nabila El Arbi, 24,5 Punkte, Note 1).

Der in diesem Semester Höchstprämierte, der erst 7-jährige Marc Hofschneider (24,3 Punkte) konnte leider nicht vorspielen, da er sich kurz nach der Prüfung beide Hände gebrochen hatte. Auch der Gitarren- und Bassdozent Stephan Lucka war durch einen Sportunfall verhindert. Dass es auch Schüler gab, die sich mit fadenscheinigen Argumenten noch am Sonntagmorgen „abgemeldet“ hatten, verschwieg Jacek Stam nicht und richtete zugleich einen Appell an die anwesenden Eltern. Eltern sollten hinter der Musiktätigkeit ihrer Kinder stehen und sie nicht nur zum Unterricht anmelden, damit sie „Spaß hätten“. Wenn regelmäßiges Üben zum Erfolg führe, zum Beispiel bei Vorspielen, dann hätten auch alle Beteiligten Spaß, sonst führe der Unterricht nirgends hin.

Und Spaß hatten die sehr begeisterten Eltern und Schüler im Saal nicht zu knapp. Sie mußten allerdings auch 3 Stunden extreme Schwüle ertragen, genau zwischen Sonnenschein und Platzregen. Dafür wurden sie reichlich belohnt. Das Thema „Extreme“ griffen Jacek Stam und Gesangsdozent Matthias Ortmann gleich beim allerersten Beitrag auf: „I go to extremes“ von Billy Joel.

Die Gesangsklasse unter Ortmanns Leitung war ebenfalls noch nie so zahlreich und vielfältig vertreten. Mit „Persönlichen Perlen aus Pop und Jazz“ angekündigt, brachte etwa Puneh Lotfi das weitgehend unbekannte „C´est le bon“ von Supertramp zu Gehör. Tatjana Rüter und Annabell Pahlke legten mit ungeheurer Energie den Schwerpunkt auf Avril Lavigne („Complicated“) und Tatjana widmete ihrem Freund noch das gefühlige „Everytime we touch“. Zuletzt erntete Michael Niepötter (20) mit dem Bossa „Watch what happens“ plus Improvisation frenetischen Applaus.

Matthias Ortmann begleitete meist seine Schüler auf den Tasten und sang Background.
Und auch die zweite Klavierdozentin der Musikschule Preludio, Sona Jafarova, konnte mit einer Etüde von Rachmaninov begeistern.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es im Januar 2009 wiederum ein abwechslungsreiches Semesterkonzert geben wird, sowie eine eigene Semesterprüfung für Gesang. Und Daniela Hofschneider wird bei Preludio ab August eine Violinklasse eröffnen. [Fotogalerie]