Misstöne wegen Musikschule


Haltern am See will die Baugenehmigung wieder aufheben.

10.06.2010, Irene Stock – Artikel mit Kommentaren
Zu laut ist die Musikschule. Einige Anwohner beschwehren sich über den Verkehr, andere nicht.

 WAZ-Interview mit Stadtsprecher Georg Bockey.

Misstöne wegen Musikschule WAZ 10.06.10

Haltern am See.   Die Musikschule Stam musste nach Beschwerden aus der Nachbarschaft über das Lärmaufkommen durch Autos von an- und abfahrenden Eltern der Musikschüler ihren Unterrichtsbetrieb zur Augustusstraße 17 verlegen

Dazu befragte WAZ-Mitarbeiterin Irene Stock den Stadtpressesprecher von Haltern am See, Georg Bockey.

I. Stock Die Stadt plant, die Baugenehmigung für Jacek Stam aufzuheben. Sie hat die Musikschule genehmigt und jetzt ist alles anders?

G. Bockey: Das Verwaltungsgericht (VG) Gelsenkirchen hat die Stadt angeschrieben, ob wir nicht die Baugenehmigung aufheben. Wir überlegen das, weil sie nach Ansicht des Gerichtes rechtswidrig ist und wir inzwischen auch diese Erkenntnis gewonnen haben.

Fühlt sich der Bauherr nicht reingelegt?

Vordergründig mag sich der Musikschulbetreiber reingelegt fühlen, aber wir haben die Baugenehmigung erteilt auf Grundlage des Gutachtens, das der Musikschulbetreiber uns geschickt hat. Darin ist die Verkehrsproblematik überhaupt nicht berücksichtigt und genau das kritisiert das Verwaltungsgericht.

Dem Bauherrn wird die Lebensgrundlage entzogen. Wer muss jetzt gerade stehen?

Wichtig ist festzustellen, dass der Musikschulbetreiber erst das Haus gekauft hat und dann mit uns in Kontakt getreten ist. Nachdem er in seinem Haus keinen Unterricht mehr erteilen durfte, hat er mithilfe der Stadt Haltern am See einen Alternativstandort bekommen. Außerdem wissen wir nicht, ob dem Bauherrn aufgrund von möglicherweise ausgefallenen Unterrichtsstunden ein Schaden entstanden ist.

Wie geht es mit der Musikschule weiter?

Die Intention der Stadt ist, dass die Musikschule einen neuen Bauantrag stellt. Das setzt voraus, dass ihr Betreiber ein neues umfangreiches Gutachten beifügt, das die bisher fehlende Verkehrsproblematik mit berücksichtigt.


 

Kommentare

Unsere Ratsmitglieder sollten doch unsere Stadt besser kennen, um Entscheidungen besser für Stadt oder Betroffener herbei zu führen. Es gibt eine Musikschule Kilp. Dort will man meistens auch fast in die Schule hineinfahren, lässt Kinder dort auch am Gefahrenpunkt allein. Siehe Kindergärten, wo Mütter die Kinder mit dem Auto absetzen oder beim Bäcker mit dem Auto mit der Tür ins Haus fallen. Es ist wahrscheinlich nicht gleich wo man wohnt. Besteht ein größerer Unterschied zwischen der Recklinghäuser Straße und der Lohstraße? (Sankt Florian Prinzip). Vielleicht besteht ja auch bei den Anwohnern ein Unterschied bei der Lärmbelästigung. Sei es durch Musik, Auto, Radfahrer oder auch nur Kindern? Meist steht ein Einzelunternehmer sehr alleine da. Wir möchten unseren Enkeln oder Kinder etwas “ Wichtiges “ mit auf dem Weg ins Leben geben, dazu zählt auch die Musik und auch die Rücksichtnahme unter einander. Der Weg ins Leben wird immer schwieriger in der heutigen Zeit. Zu bedenken ist auch, dass der Einzelunternehmer keine Bank ist und der Staat ihm nicht unter die Arme greift.“ Unternehmensrisiko “ Lasst uns ruhig im großen Stil, wie die Bunderregierung, weiter zocken. Vielleicht hat Haltern bald die größte Zockerbude im Kreis Recklinghausen. Einnahmen, wie und woher sie zusammenkommen, scheint egal zu sein. Wir sollten uns vielleicht mal Gedanken um vernünftige Werte machen, die wir unseren nachfolgenden Generationen weiter geben und auch jetzt schon vorleben. Jedes Ding hat seine Vor- und Nachteile. Man sollte Kompromisse schließen, denn: „Das ganze Leben besteht aus Kompromissen“.
#1 von Dieter07 , am 11.06.2010 um 10:52 und #2 von Dieter07 , am 11.06.2010 um 11:20 – dasselbe Text


Im gleichen Bogenabstand um die Innenstadt befinden sich mehrere Banken, die Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, der Kreisverkehr an der Münsterstrasse, drei Tankstellen, die Feuerwehr, die Polizei und der Hauptbahnhof. Wenn die Nachbarn hier ein „reines Wohngebiet oder die Wohnidylle“ suchen sind sie schlicht und einfach fehl am Platze. Wo denn sonst sollen sich Freiberufler in einer Stadt niederlassen, wenn nicht in diesen Bereichen?? Diese Pianoschule von Herrn J- Stam ist ein unverzichtbares kulturelles Juwel für die Stadt Haltern (und Arbeitgeber dazu), das es zu wahren gilt. Die Klage der Nachbarn ist als Torpedierung einer wichtigen und im übrigen geräuscharmen kulturellen Einrichtung (s. Erfahhrungen in der Holtwickerstr.!) zu sehen. Es war noch kein Klavierton erklungen, da wurde ein Eilverfahren wegen Gefahr im Verzuge angestrebt. Meinten die Nachbarn damit die zarten Fingerchen von 7-jährigen Kindern ?? Ich jedenfalls schäme mich für diese Art von Halterner Bürgern, wie sie mit unserem Kulturgut und Mitbürgern umgehen und gleich vor Gerichten klagen, zumal eine Lärmbelästigung überhaupt nicht zu erwarten ist und in den 3 Wochen betriebener Klavierschule real nicht stattgefunden hat (2 Mütter haben ihre Kinder in einer Woche mit dem Auto gebracht – das wars mit der excternen Lärmbelästigung und das bei 1300 Autos pro Tag, die die Lohstr. durchfahren!!). Warum wohnen sie denn in der Stadt, wenn sie jede Bewegung um sich herum nicht ertragen können?

Dr. Jochen Boos
(ehemaliger Klavierschüler von Jacek Stam)
#3 von jochen Boos , am 14.06.2010 um 11:22