Das Projekt „Seestadt-Demokraten“

Im vergangenen Jahr haben sie mit ihrem Buchprojekt „Haltern (er)lebt Demokratie?“ für viel Aufsehen in der Seestadt gesorgt. In Sachen Demokratie haben Jürgen Chmielek und Elke Rüdiger immer noch nicht genug. Sie haben mit dem „Seemöven e.V.“ einen Verein gefunden, der ihr Anliegen unterstützt.

Ihr neues Projekt heißt „Seestadt-Demokraten“. Als solche laden sie im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Demokratie leben“ Kinder, Erwachsene, Senioren, Behinderte und Nichtbehinderte, deutsche, ausländische und Flüchtlingsfamilien zu vielen abwechslungsreichen Veranstaltungen ein.

„Demokratie“, sagt Elke Rüdiger, „bedeutet für mich neben allen politischen Aspekten verstärkt auf sozialer Ebene Miteinander, Füreinander, Respekt, Verantwortung, Integration, aber auch Spaß und Feiern. Das alles gibt Musik her. Musik bricht Barrieren.“

Jürgen Chmielek ergänzt, dass in Haltern schon ganz viele Vereine, Einrichtungen und Einzelpersonen aktiv sind, Menschen zu helfen, sie aus der Isolation zu bringen, ihnen im Alltag zu helfen. Warum also nicht sich zusammenschließen, sich ergänzen, sich unterstützen, sich austauschen. Ein Netzwerk gründen.

Die Musikschule Preludio unterstützt diese Idee. Gemeinsam wurden Aktionen eingestielt, in der Musik eine Rolle spielt. Integration, Demokratie, Isolation – das sind alles Themen, die sich in der Musik wiederfinden.

Schon am 25. Juni 2017 startet um 11.15 Uhr das große Fest „Miteinander – wir laden alle ein“. Bis 20 Uhr geht es in und rund um Kirche, Kindergarten und Pfarrheim St. Marien, Gildenstraße 22 in Haltern am See, rund. Das Fest findet in Kooperation der Gemeinde St. Marien mit den „Seestadt-Demokraten“ statt. Neben den vielen kirchlichen Einrichtungen sowie des Ernst-Lossa-Hauses bringt sich auch die Musikschule Preludio ein – logischer Weise mit Musik.

Seemöven e. V. – Demokratie Leben in Haltern am See

 

Ab 14 Uhr wird zu „Kaffee-Musik“ in die Cafeteria eingeladen:

Marlene mit DAniela Hofschneider-Zoldan mit „Seestadt-Demokraten“
Marlene mit Daniela Hofschneider-Zoldan

14.00 Uhr Schüler und Lehrer musizieren gemeinsam;
14.35 Uhr Demokratie in der Musik
(Elke Rüdiger und Jacek Stam) – zum Zuhören und Mitsingen;
14.50 Uhr kurze Pause;
15.00 Uhr „Wir gehen die Wege ohne Grenzen“
(Gipsy-Songs/Roma-Lieder) von und mit Achim Becker (Gesang) und Jacek Stam (Klavier)siehe: Kommentar unter
15.35 Uhr Demokratie in der Musik
(Elke Rüdiger und Jacek Stam) – zum Zuhören und Mitsingen;
15.50 Uhr kurze Pause;
16.00 Uhr Jazz-Musik (Jacek Stam);
16.35 Uhr Demokratie in der Musik
(Elke Rüdiger und Jacek Stam) – zum Zuhören und Mitsingen.

Hier das komplette  Programm im Überblick:

Beginn ist um 11.15 Uhr mit einem Familiengottesdienst; hier startet die Werkstatt “Studer-Klang” den Trommel-Projekttag.

Danach herrscht Trubel rund um Kirche, Pfarrheim und Kindergarten. Natürlich wird es wieder ein Kasperletheater im Kindergarten geben, die Kegelbahn und die Hüpfburg werden aufgebaut, und zur Lesestunde aus den neuen Buch “Bashar Müller – ein vertauschtes Leben” ist der Autor, Jürgen Chmielek, selbst da.

Der Malteser Hilfsdienst übernimmt den Sanitätsdienst und lädt Interessierte ein, sich den Krankenwagen mal näher anzuschauen.

Erst fahren die Kinder ein Bobbycar-Turnier aus, und am Nachmittag sollen die Erwachsenen ihren Sieger in einem solchen Rennen ausmachen.

Eine große Tombola lockt mit attraktiven Preisen.

Grill,  Waffeln und Pommes, Reibeplätzchen sowie die Cafeteria ab 14 Uhr im Pfarrheim sorgen dafür, dass die Küche zuhause kalt bleiben kann.

Zur “Kaffee-Musik” lädt die Musikschule Preludio ab 14 Uhr in die Cafeteria ein.

Um 18 Uhr veranstaltet der Gospelchor N-Joy in der Marienkirchen ein Benefizkonzert für das Lea-Drüppel-Theater in Haltern.

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Eine Antwort auf „Das Projekt „Seestadt-Demokraten““

  1. Wir gehen die Wege ohne Grenzen…“

    Die Sinti und Roma sind einen weiten Weg gegangen und haben – wie es in einem ungarischen Lied heißt – die Hauptstrassen immer gemieden.
    Mit Ihrer Musik haben die Roma und Sinti (wörtl.: Menschen) zwischen Nationen und Gruppen nachhaltend vermittelt. Sie haben viel von der Musik ihrer Gastländer übernommen, ihnen aber auch viel gegeben, immer ein Stück dem Publikum und der Zeit voraus.

    Singen ist schöpferisch.

    Ein Lied zu singen, gibt uns die Möglichkeit, die eigene Wahrheit auszudrücken; die eigene Stimmung im tiefsten Innern zu erforschen.
    Dies gilt besonders für die Menschen der Roma. Ich glaube, dass wir mehr über die Bedeutung ihrer Lieder lernen sollten.
    Um dann, einen Weg zu finden, unsere, tägliche Freude und unseren Kummer, in eigenen Liedern nutzen und ausdrücken zu können.
    Wir können gehen oder rasten, uns eine Weile ins Gras legen…. wie es uns gefällt. Die Roma taten es immer; das können wir aus Ihren Liedern hören.
    Jeder, der von Herzen singt; der sich in die Stimmung dieser Lieder hineinfühlt, wird einen großen Schatz an Liebe auch in sich selbst finden.
    Unsere Musik und unsere Lieder sind für alle Menschen. Musik verbindet uns miteinander.

    „Singing means“

    „Singen“ heißt, eine Stimme zu hören, die niemand sonst hören kann.
    „Zuhören“ heißt, eine Stimme zu hören, die der Singende nicht hören kann.
    Und noch eine dritte Stimme, klingt in jedem von uns.
    Mal ist sie nah, mal fern-
    die das Leben mit Schmerz, Liebe, Einsamkeit und Freundschaft bereichert;
    ….und in der nahezu verheilten, doch niemals ganz geschlossen Wunde, liegt der Ursprung und die Kraft für das Lebenswerk eines Menschen.

    „Öffne deine Stimme, öffne dein Herz, hab keine Angst und sing!“

    Ich lehre Roma –Lieder, um die tiefsten Gefühle zu erreichen.
    Roma- Lieder haben eine eigene Kraft. Sie sind schön. Aber noch mehr als das.
    Sie öffnen das Herz und klingen jeden Tag anders.
    Du bist anderer Stimmung und weißt jeden Tag mehr als gestern.
    Die menschliche Stimme liegt tief in uns verborgen.
    Sie sitzt nicht in der Kehle; mit geheimnisvoller Kraft, steigt sie aus unserem Innern empor.
    Jeder kennt diese geistige Kraft.
    Ich gebe Menschen die Möglichkeit, in ihre eigenen Tiefen zu steigen, um dort die schönsten und ehrlichsten Gefühle durch die Stimme lebendig werden zu lassen.

    Ida Kelarova

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