„Warum sollte ich schweigen?“ – ein Sammelwerk von Prosa und Lyrik

Ralf Rieder veröffentlicht Gedichtband zum Thema Inklusion

29.04.2015, Stimberg Zeitung

OER-Ralf Rieder zum Thema InklusionERKENSCHWICK. (rek) Die literarische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen beschäftigt Ralf Rieder seit vielen Jahren. Gerade das, Thema ,,Inklusion“ liegt dem Oer-Erkenschwicker am Herzen. Seine Gedanken dazu hat er jetzt in einem Gedichtband herausgebracht.

,,Warum sollte ich schweigen?“, das fragt sich Ralf Rieder im Sammelwerk von Prosa und Lyrik. ,,Ich hatte den großen Wunsch auch zur Inklusion Stellung zu beziehen“, erklärt Ralf Rieder. Als Befürworter der Inklusion fände er jedoch skandalös, was zurzeit abliefe. ,,Es gibt viel zu wenig Fachpersonal.

Auch die Abstimmung mit Schulen und den Eltern fehlt“, kritisiert der Autor. In Taten, aber eben auch mit der Kraft der Worte, setzt sich Rieder für die Menschen mit Behinderung – ein Schweigen hilft niemandem.

Doch nicht nur Inklusion thematisiert seine Texte. Auch die Beschäftigung mit menschlichen Urgefühlen oder die Beobachtungen in der Stadt prägen sein Werk, das Rieder auch bei seiner nächsten Lesung in der Stadthalle („Barbarei und Poesie“ – 8. Mai 2015, 20:00 Uhr) präsentiert und natürlich auch verkauft.

INFO: ,,Warum sollte ich schweigen?“ ist zu 5,4O € in der Stimberg-Buchhandlung erhältlich.

Sonntagsmatinee im Seniorenheim

Vormittagskonzert für die Bewohner des Seniorenheims St. Sixtus.

HALTERN   Am vergangenen Sonntag ( 26.04.2015 ) gestalteten Schüler und Schülerinnen der Musikschule Preludio zum wiederholten Mal ein Vormittagskonzert für die Bewohner des Seniorenheims St.Sixtus.

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Mit ihren Lehrerinnen Sona Jafarova und Daniela Hofschneider-Zoldan, sowie Musikschulleiter Jacek Stam boten die jungen Geiger und Pianisten den Zuhörern ein abwechslungsreiches Musikprogramm.

Die musikalische Bandbreite erstreckte sich vom altbekannten Kinderlied „Bruder Jacob“ und Klassikern wie die „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven, „Die Moldau“ von Smetana oder Mozarts „Kleiner Nachtmusik“, bis zu jazzigen Stücken sowie Kompositionen von Jacek Stam.

Die Vorträge der Schüler wurden mit großem Applaus, einer kleinen Erfrischung und der herzlichen Einladung, bald wiederzukommen, belohnt.

Daniela Hofschneider-Zoldan

Konzertprogramm

  • S.M. Nelson – Ringing Bell 
    Marlene Möller (6)    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • J. Schaum – Rhythmusland Express und Pinguin Polka   
    Mia Diek (7)    (Klavier bei Jacek Stam)
  • Traditionel – Bruder Jacob   
    Maduka Enekwe (8)    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • A. Terzibaschitsch – Heinzelmännchen und Ballettstunde, L.v. Beethoven – Für Elise
    Karolin Baxa (9)    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • H. Mancini – The Pink Panther Theme, H.-G. Heumann – Blues Legend
    Helena Schrief (9)    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • W.A. Mozart – Eine kleine Nachtmusik, J. Stam – Obst und Gemüse
    Sofia Matis (10)    (Klavier bei Jacek Stam)
  • J. Stam – Trapped Calf
    Noah Schmit (12)    (Klavier bei Jacek Stam)
  • Yiruma – River Flows in You
    Juliane Rudolph (12)    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • F.Mendelssohn-Bartholdy – Jägerlied Op. 19b
    Christian Strickling (13)    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • B. Smetana – Die Moldau
    Lena Schmitt (14)    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  •  F. Chopin – Prelude, Op.28, N. 4, E-Moll, L. Einaudi – Primaveira
    Tim Overhues (14)    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • L.v. Beethoven – Mondscheinsonate 1. Satz, Cis-Moll
    Marius Fischer (18)    (Klavier bei Jacek Stam)
  • Martha Mier – Jazz Finale
    Irmgard Gundlach    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • F. Janosa – Meet You Tonight
    Johanna Gundlach (Cello), Irmgard Gundlach    (Klavier bei Sona Jafarova)

 

 

 

 

 

Jubiläumskonzert wird zum Familienfest

Vielfältiges Winterkonzert
Schüler und Lehrer der Musikschule Preludio zeigten ihr Können

Halterner Zeitung, 29.01.2015, Lokallust Haltern am See, Feb.2015

Elisa, Ingo und Marc - Saxophon-TrioHALTERN.   Am vergangenen Sonntag (25.01.2015) trafen sich im Pfarrheim St. Laurentius Schüler, Familien und Lehrer/innen der Musikschule Preludio zum alljährlichen Winterkonzert. Zusätzlich wurde das 10-jährige Jubiläum der Einrichtung gefeiert. [Fotogalerie]

Eröffnet wurde das Programm von einem „Urgestein“ der Schule – der Preludio-Chor, bestehend aus Schülereltern, wurde kurz nach Eröffnung gegründet und trifft sich unter der Leitung von Jacek Stam seitdem sonntags zum Singen und Klönen.

Die Schüler aller Klassen boten dem Publikum danach ein abwechslungsreiches Programm durch nahezu alle Musikrichtungen. Begann Jacek Stam 2005 nur mit seinem Klavier, so standen jetzt neben den jungen Pianisten sowohl Gitarrenschüler, Sängerinnen, Geiger und Saxophonisten auf dem Podium. „Trotz der zunehmenden schulischen Belastung, gibt es Kinder, die Musik als Teil ihres Lebens erfahren.“, so Musikschulleiter Jacek Stam.

Musikschule Preludio- Jubiläumskonzert Winter 2015Wie die Vielfalt an Instrumenten, war auch das Repertoire der Schüler breit gefächert. Neben klassischen Ohrwürmern wie „Die Moldau“ von Smetana, dem „Jägerlied“ von Mendelssohn oder Beethovens „Mondscheinsonate“ wurde dem Publikum auch „Modernes“ präsentiert. „Girl On Fire“ von Alicia Keys und „The A-Team“ von Ed Sheeran, Herbie Hancock – „Watermelon Man“ sowie Filmmusik von Yann Tiersen begeisterte gerade die jüngeren Zuhörer.

Natürlich zeigten auch die Lehrer der einzelnen Klassen gemeinsam mit ihren Schülern oder als Solisten ihr Können. Besonders Saxophondozent Ingo Ihlenfeld brillierte in mehreren Rollen – ob als „Klangteppich“ und Unterstützung seiner Schüler oder als Solist im Jazzquintett, welches die Pause musikalisch untermalte. Daniela Hofschneider-Zoldan, Lehrerin der Geigenklasse, eröffnete den zweiten Teil der Veranstaltung furios mit dem Tango „Jalousie“. Und die Pianistin Sona Jafarova setzte mit dem Vortrag von D. Kramers „Credo“ den virtuosen Schlusspunkt.

Aufgrund einer Armverletzung war Katharina Stam mehr noch als sonst auf Mithilfe bei der Organisation von Konzert und Kuchenbuffet angewiesen. So brachten viele Eltern nicht nur selbstgebackenen Kuchen mit, sondern schlüpften in die Rolle der Thekenbedienung, des Fotografen oder des Auf- und Abbauhelfers. Der Sänger, Kabarettist und Theaterpädagoge Ralf Rieder zeigte seine Fähigkeiten als Crêpe-Bäcker. Ein junger Pianist verließ den Ausschank nur für den Vortrag eines wunderbar gefühlvoll gespielten Chopin-Polonaise.

Alle Beteiligten blicken daher zurück auf einen Nachmittag, der nicht nur der Präsentation von Lernfortschritten diente, sondern der sich vielmehr zu einem fröhlichen Familienfest entwickelte.

Kids Love Music LogoIn diesem Zusammenhang ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Spendensammlung zugunsten des Sozialfonds „Kids Love Music“ des BDFM (Bundesverband der Freien Musikschulen e.v.) weit über 100 € zusammenkamen.

-Daniela Hofschneider-Zoldan-

Konzertprogramm

  • B. Joel – The Longest Time
    V. Clarke – Only You    Preludio-Chor (Leitung: Jacek Stam)
  • G. Kreisler – Das Beste     Ralf Rieder (Gesang)
    (Klavierbegleitung: Jacek Stam)
  • J. Stave – Zimmermeister Zollstock heißt er    Marlene Möller  (5)
    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • J.W. Schaum – Affen Cha-Cha-Cha    Mia Diek  (6)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • S.M. Nelson – The Worm, S.M. Nelson – Ringing Bell    Maduka Enekwe  (8)
    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • J.R. Brown – Still Hurting aus dem Musical The Last 5 Years Lea Drüppel (15)
    (Gesang bei Chenhan Lin)
  • Tschechisches Volkslied    Rieke Kemper  (8)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • A. Terzibaschitsch – Melancholie, Zwei Charaktere, Fröhliche Reise
    Karolin Baxa  (9) (Klavier bei Sona Jafarova)
  • A. Terzibaschitsch – Alte Schalplatte    Sofia Matis  (9)
    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • C. Velasquez – Kiss me much/ Besame Mucho    Elisa Kruth  (12)
    (Saxophon bei Ingo Ihlenfeld Cuñado)
  • B. Smetana – Die Moldau    Leonie Seidel  (9)
    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • J.S. Bach – Bauernkantate    Leonie Seidel  (9) & Milla Heinrich  (9)
    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • Ed Sheeran – The A Team    Carolin Seidel  (11)
    (Gesang & Klavier bei Jacek Stam)
  • Y. Tiersen – L’autre Valse d’Amelie    Fenja Bleiker  (11)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • A. Cano – Etude Andante    Noah Schmidt  (12)
    (Gitarre bei Yong Hwan Choi)
  • F. Mendelssohn Bartholdy – Jägerlied Op.19, N.3        Christian Strickling  (12)
    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • G. Puccini – O mio babbino caro aus der Oper Guanni Schicchi
    H. Mancini – Moon River    Ursula Schulte
    (Gesang bei Chenhan Lin)

 

  • PAUSE MIT JAZZSTANDARDS    Jazz-Quintett
    Achim Becker (voc), Ingo Ihlenfeld Cuñado (as), Rüdiger Beckemeier (ts), Jochen Boos (bg), Michael Fischer (dr), Jacek Stam (p)

 

  • J. Gade – Tango Zigane „Jalousie“    Daniela Hofschneider-Zoldan (Geige)
    (Klavierbegleitung: Jacek Stam)
  • A. Keys – Girl On Fire    Lena Dyba  (15)
    (Gesang bei Chenhan Lin)
  • J. Stam – November Is Not Always Cold    Noah Schmidt  (11)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • O. Rieding – Duo Nr. 2    Lena Schmitt  (13)
    (Geige bei Daniela Hofschneider-Zoldan)
  • Fr. Chopin – Polonaise g-Moll    Yannick Hofschneider  (11)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • K. Weill – Mack The Knife    Marc Hofschneider  (13)
    (Saxophon bei Ingo Ihlenfeld-Cuñado)
  • J. Field – Notturno    Tim Overhues  (13)
    (Klavier bei Sona Jafarova)
  • J. Krieger – Minuet  (Andante), H. Werner – Heidernröslein  (Andante),  F. Ferandiere – Contradanza de Los Curtacos  (Allegro)    Melina Mertens  (16)
    (Gitarre bei Yong Hwan Choi)
  • L.v. Beethoven – Mondscheinsonate cis-Mol, 1. Satz    Marius Fischer  (18)
    (Klavier bei Jacek Stam)
  • H. Hancock – Watermelon Man    Eckard Käsling
    (Saxophon bei Ingo Ihlenfeld Cuñadoo)
  • D. Kramer – Credo
    F. Chopin – Notturno Des-Dur Op. 27, N.2    Sona Jafarova (Klavier)

 

 

Ganztagsunterricht stellt Musikschulen vor Probleme

Halterner Zeitung, Samstag, 21. Juni 2014

Nur noch wenig Zeit zum üben

Ganztagsunterricht_ProblemeHALTERN. Frühstück um sieben, Schule bis 16 Uhr, dann noch schnell mit den Freunden verabreden und am Abend zum Sport: So sieht seit den Einführung der Ganztagsschulen in NRW auch für viele Schüler in Haltern der Alltag aus. Darunter leiden die Kinder, aber auch Vereine und – vor allem die Musikschulen. Viele klagen nun über unkonzentrierte Schüler und schwindende Mitgliederzahlen. „Manche Schüler haben doch mittlerweile einen längeren Tag, als so mancher Berufstätige“, sagt Matthias Engicht, Leiter der privaten Musikschule El Ritmo. Er klagt: Die Konzentration für den Musikunterricht lasse nach einem ganztätigen Schultag deutlich nach, das Musizieren gestalte sich schwierig: „Das ist doch logisch, wenn die Kinder schon um sechs auf den Beinen sind“, so Engicht. Vor allem das tägliche Üben von zuhause aus, sagt er, komme durch den langen Schultag zu kurz.

Sinkende Schülerzahlen

Ganztagsunterricht_Probleme2Und auch auf die Schülerzahlen der Musikschule wirke sich der Ganztagsunterricht aus, „obwohl das generelle Interesse an der Musik nicht verloren gegangen ist“, wie Engicht berichtet. Auch Jacek Stam, Inhaber der Musikschule Preludio, stimmt dem zu. Gut 30% weniger Kinder im Schulalter besuchen seine Musikschule im Vergleich zu Zeiten vor der Einführung der Ganztagsschulen. „Wir müssen uns mehr auf die Termine der Kinder einstellen und mittlerweile sogar am Samstag Unterricht an.“ Für Kinder, die nach Ganztagsunterricht direkt zur Musikschule kamen, zeigt Stam große Bewunderung.

Kompromisse eingehen

Ganztagsunterricht_Probleme3Horst Kilp von der gleichnamigen Musikschule, sagt unterdessen: „Es kommt jetzt auch auf die Anzahl der Lehrer, die Lehrmethode und darauf an, dass man Kompromisse in Sachen Terminen macht“. Mit Volksliedern und altem Material sei niemand mehr zu locken. Dennoch sieht auch er das Problem der Ganztagsschulen: „Je länger ein Kind geistig arbeitet, desto schneller ist der Akku leer.“Doch das Thema Ganztagsunterricht ist nicht nur eines der privaten Musikschulen. „Die Probleme sehen wir auch“, sagt Verena Voß, Leiterin der städtischen Musikschule Dülmen und Haltern. Termine lassen sich nur schwer vereinbaren und Schüler kämen aufgrund der wenigen Freizeit oft unvorbereitet in den Unterricht. Dass Kinder nach einem langen Schultag nicht mehr konzentriert genug für das Musizieren seien, will Voß nicht pauschalisieren: „Die Kinder gehen unterschiedlich mit diesem Problem um.“     -dg-

 

Siehe: sehr interessanter Bericht aus Hamburg:

Verdrängt die Ganztagsschule die Begabtenförderung in Musik?

(…) Wir brauchen beides: mehr Musikunterricht in der allgemein bildenden Schule, weil er die Grundlage der musikalischen Bildung ist und darüber hinaus ein nachgewiesen erfolgreicher Weg zu einer entwickelten, zu einer vielseitig entwickelten Persönlichkeit ist, und wir brauchen Schulstrukturen, die auch die darauf aufbauende musikalische Talentförderung, Begabtenförderung, Einzelförderung mit einbeziehen. Dieser Bildungsaufbau darf durch die Ganztagsschule nicht beschädigt werden!Kurt Masur hat sicher Recht: Sonst werden es eines Tages nur noch chinesische Orchester sein, die uns in Deutschland die Sinfonien von Ludwig van Beethoven vorspielen! [mehr]

 

Ganztagsschule – Kontroverse: Pro und Contra bei Wikipedia

Pro: Als ein Vorteil der Ganztagsschulen gegenüber den Normalschulen wird die Möglichkeit zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern genannt, da es am Nachmittag meist lockerer zugeht als während des morgendlichen Unterrichts; es wird einen großen Wert auf offene Lernformen gelegt. Die Klassengemeinschaften verbringen längere Zeit zusammen als in anderen Schulen, was das Sozialleben positiv beeinflusst. (…)Contra: Zentrale Folgewirkung einer ganztägigen Betreuung ist, dass der erzieherische und bildende Einfluss der Eltern auf ihr Kind zu Gunsten des Einflusses der Schule und des Einflusses der selbstbestimmten Peer Group abnimmt. Zudem gehe den Kindern die zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit notwendige Freizeit verloren (…)

 

Toni Hansel: Ganztagsschule. Halbe Sache – grosser Wurf?: Schulpädagogische Betrachtung eines bildungspolitischen Interventionsprogramms – Taschnebuch

   Die Ganztagsschule ist keine Erfindung unserer Tage, auch wenn der gelegentlich missionarisch anmutende Eifer, mit dem seit PISA-O über dieses Schulmodell geschrieben, diskutiert und mitunter gestritten wird, eine solche Vermutung nahe legt.Dabei sind Zweifel durchaus begründet, ob alle dasselbe meinen, wenn sie von Ganztagsschule reden. Mit dem Grundwort Schule verbinden sich Vorstellungen vom institutionalisierten Lernen im Kontext allgemeiner Bildung – aber das trifft auf die Halbtagsschule ebenso zu wie auf die Ganztagsschule.
Die öffentliche Debatte hat noch nicht deutlich werden lassen, was den Schultypus Ganztagsschule von der Halbtagsschule abhebt – sind es doch nur Stunden, die die Schüler nun zusätzlich in der Schule verbringen sollen?
Diese und andere Fragen werden in dem Band von ausgewählten Fachleuten diskutiert, z.T. kontrovers, weil die Erwartungen gegenüber der Ganztagsschule ein breites Spektrum von Motiven offenbart: pädagogische, bildungs- und sozialpolitische, kulturwissenschaftliche, sozialpädagogische, ökonomische und betriebswirtschaftliche Motive, die z.T. gegenläufig wirken.
Dabei wird deutlich, dass PISA kaum geeignet ist, die Einrichtung von Ganztagsschulen hinreichend zu begründen, denn unter Gewinnern und Verlierern in PISA finden sich Länder mit und ohne Ganztagsschulsystem.