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Brainin-Methode – Entwicklung der musikalischen Intelligenz bei Kindern (für Profis)

1. Das Wesen der Brainin-Methode

Brainin-Methode Tools

Auf dieser Webseite finden Sie einige Links, die zu verschiedenen Aufsätzen über diverse Aspekte der Brainin-Methode führen. Diese Aufsätze stammen sowohl vom Erfinder der Methode als auch von seinen Schülern und Nachfolgern. Die Methode umfaßt mehrere Zugänge zu verschiedenen Bereichen der musikalischen Wahrnehmung, der musikalischen Intelligenz und des musikalischen Gehörs, sowie deren Entwicklung. Das Wesen der Brainin-Methode kann man knapp in drei Sätzen zusammenfassen:

  • Antizipierendes Wahrnehmen nach folgendem Schema: Aneignung wahrscheinlichster Elemente der Musiksprache, Umwandlung dieser Elemente in Stereotype des inneren Gehörs, Störung der Stereotype durch weniger wahrscheinliche Verbindungen zwischen den Elementen, Umwandlung der neuen Hörerfahrung in neue Stereotype höherer Ordnung, Störung dieser Stereotype usw.
  • musikalische Phrase als bedeutende Haupteinheit der Musiksprache mit zwei verschiedenen Zonen der Wahrnehmung:
    – – Zone der Störung der wahrscheinlichsten Wahrnehmung
    – – Zone der Wiederherstellung der wahrscheinlichsten Wahrnehmung
  • Zugang zur Musikliteratur nicht primär über Musikgeschichte (chronologisch) oder über Formenlehre, sondern über ein allmählich wachsendes systematisches Intonationswörterbuch.

2. Zwei Dimensionen der Musiksprache. Vertikale Parameter der Musik

Gemäß der elementaren „Urstoffe“ der Musiksprache ist die Methode in folgende Bereiche gegliedert:

Entwicklung der Reaktion auf Tonhöhen als „Orientierung im Tonraum“ (absolutes Gehör, „registrierendes Hören“) und als „Orientierung im Tonalraum“ (relatives Gehör, „prognostizierendes Hören“).

Dafür wird parallel zur absoluten Solmisation (allgemeines Solfége) eine spezielle Art der relativen Solmisation mit fixierter Tonika verwendet. Außerdem wird ein spezielles System der eineindeutigen Zuordnung zwischen den Stufen der Tonalität und den Farben des Spektrums benutzt, was die Aneignung der Gehörbildung und Musiktheorie besonders bei kleinen Kindern vereinfacht.

3. Zwei Dimensionen der Musiksprache. Horizontale Parameter der Musik

Entwicklung der Reaktion auf Tondauern (rhythmische Erziehung). Die Erziehung zum rhythmisch-musikalischen Hören erfolgt nach einer besonderen und einzigartigen rhythmischen Solmisation. Das Wort „Solmisation“ wird hier im weiten Sinne verwendet: Als aktiv artikulierte Silbenzeichen sowohl für Tonhöhen als auch für rhythmische Elemente.

Das Wesen dieser Solmisation liegt darin, daß eigentlich nicht die Tondauern durch spezielle Silben, sondern die Positionen der Töne im Tonstrom symbolisiert werden. Dabei werden nur vier Denotate verwendet: die schwächste, die schwache, die starke und die stärkste Position eines Tones. Die stärkste Position stellt die Kulmination einer Phrase dar, die starke Position den Anfang der Taktzeit, die schwache Position den Anfang der binären oder ternären Teilung einer Taktzeit und die schwächste Position alles übrige. Diesen vier Denotaten entsprechen vier gut durchgedachte Silbenzeichen.

Zu den rhythmischen Erscheinungen zählen wir generell jede Organisation der Zeit. Beispiele dafür sind: struktureller Rhythmus als Verhältnis der Dauer einzelner Sätze oder Formteile eines Werkes; harmonischer Rhythmus als Verhältnis der Dauer der harmonischen Funktionen; polyphoner Rhythmus als Resultat der Wechselwirkung der einzelnen Stimmen mit ihren eigenen Rhythmen und daraus folgend das Verhältnis der Dauer der Verdichtung und Auflockerung der Faktur.

4. Ableitung aus den zwei Dimensionen der Musiksprache. Harmonisches Hören

Als Ableitung eben beschriebener vertikaler und horizontaler Dimensionen folgt die Entwicklung des mehrtönigen (harmonischen) und des mehrstimmigen (polyphonen) Hörens.

Die Entwicklung des harmonischen Hörens folgt der besonderen Struktur der europäisch-westlichen Musik, nämlich der Aufspaltung in einen sonorischen (klanglich-koloristischen) und in einen funktionellen (die Funktionsharmonik umfassenden) Bereich. Obwohl die Sonorität der Akkorde der vertikalen Dimension angehört, wird sie dem Hören mittels ihrer wahrscheinlichsten Funktion (also einem horizontalen Parameter) angeeignet.

Darauf wird die auf diese Weise gemeisterte Sonorität in weniger wahrscheinliche funktionelle Zusammenhänge gestellt und somit werden neue Funktionen dem Hören angeeignet. Dieser Zugang ermöglicht es schon im frühen Alter Resultate zu erhalten, die gewöhnlich erst von Studenten einer Musikhochschule zu erwarten sind. Wobei das Ziel nicht die Ausbildung professioneller Instrumentalisten ist, sondern die Heranbildung adäquater und interessierter Zuhörer ernster Musik.

5. Ableitung aus den zwei Dimensionen der Musiksprache. Polyphones Hören

Die Entwicklung des polyphonen Hörens erfolgt über eine spezielle Herangehensweise. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Zweistimmigkeit. Was dort erlernt wird, kann dann leicht auf andere Fälle übertragen werden. Die Schüler sollen dabei in erster Linie nicht die Hauptstimme verfolgen, bzw. zunächst keinerlei Gewicht auf melodische Erscheinungen legen, sondern den gesamten Rhythmus, der sich aus der Zusammenwirkung zweier Stimmen ergibt, wahrnehmen.

6. Vorzüge der Brainin-Methode

Das oben beschriebene macht es möglich, melodisches, rhythmisches, harmonisches, polyphones und strukturelles Denken sehr weit zu entwickeln und erlaubt schon dem jungen Zuhörer, das Werk als Ganzes (nicht nur als Strom schöner Motive) wahrzunehmen.

Wozu dies alles nötig ist, muß man einem erfahrenen Leser (der vermutlich bis auf diese Seite gekommen ist) nicht beweisen. Die Methode ist besonders für Kinder ab 2-4 J. geeignet, ist aber auch im professionellen Gehörbildungsunterricht verwendbar. Zum Unterschied zur allgemeinen musikalischen Früherziehung, ist die Entwicklung der musikalischen Intelligenz bei Kindern nach der Brainin-Methode nicht nur im Frühalter als Vorbereitung zum weiteren Instrumentalunterricht, sondern in jedem Alter als Begleitfach für jede Art der Musikerziehung jahrelang zu nutzen.

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Zusatzinformation
Weitere Information entnehmen Sie bitte folgenden (sich ständig ergänzenden) Materialien (siehe unten). Besuchen Sie doch auch unsere anderen Seiten: Englisch / Español / Italiano / Русский. Die Materialien auf diesen Seiten wiederholen sich nur teilweise. Der größte Teil der Methode ist noch nicht in Papierform publiziert und kann deshalb im Internet nicht veröffentlicht werden, um die Priorität zu wahren. Wer Interesse hat, kann sich über alle Geheimnisse der Methode bei Seminaren der Musikschule Brainin informieren. Außerdem bieten wir interessierten Schulen oder Personen, die eine Musikschule organisieren wollen, unsere Partnerschaft an. Diese kann als eine Art Franchisesystem gesehen werden (zur Zeit kostenfrei).

Autor – V. Brainin. Site – www.brainin.org.