Der Körper vom Scheitel bis zu den Fußsohlen ist das Instru-
ment des Sängers - Kopf, Rumpf, Arme und Beine sind der Resonanzkörper,
die Stimmbänder sind die Saiten, auf denen gespielt wird und
der Unterkiefer ist der Geigenbogen, der die Saiten spielt.
Die schwierigste Aufgabe der Stimmbildung ist sicher, zu er-reichen,
dass der Sänger seinen Gesang mit dem gesamten Körper
und seiner Seele ausführt.
Ein Ton, der den ganzen Körper des Sängers in Schwingun-
gen versetzt, hat verschiedene Auswirkungen:
- Der Ton wirkt wie eine feinste Massage von innen, fördert
den Atmung, Durchblutung und Stoffwechsel und damit die Gesundheit
des Sängers.
- Der Ton schult das Ohr und die körperliche Empfin- dung
des Gesanges.
- Der Ton wird aus der Tiefe des Körpers auf dem At- men
aus dem Körper hinausgetragen und erhält seinen wohltuenden
Klang
- Der Ton und sein Klang, zusammen mit dem richtigen Atem führen
zur Verbesserung des seelischen Befin- dens des Sängers.
- Und nicht zu vergessen; Der Ton berührt den Zuhörer
in besonderer Weise, nicht nur im Ohr, sondern als Wohlgefühl
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Dieses Ziel ist nur auf technischer Basis nicht zu erreichen, schon
weil die Vielzahl der körperlichen Prozesse nicht gleichzeitig
kontrollierbar sind. Es kann nur dann erreicht werden, wenn körperliche,
geistige und seelische Prozesse miteinander in Einklang gebracht werden.
Das beginnt beim Finden der Körpermitte als Ausgangs- punkt
von Atem und Ton und der Stabilisierung der Stütze, um den
Kehlkopf von Spannung zu befreien. Es setzt sich fort in der Schulung
zur Empfindung eines Tons in Höhe, Klang, Lautstärke und
Ausdruck, bevor er angesetzt wird. Und nimmt letztendlich auch Einfluss
auf die Persönlichkeit des Sängers.
Dieses Ziel wird nicht in einem Jahr erreicht, mancher erreicht
es im ganzen Sängerleben nicht, manchmal ist es erforderlich,
Methode und Lehrer zu wechseln, bis man das Gefühl hat: "Jetzt
verstehe ich!". Manchmal helfen Bilder und Vorstellungen um
einen Ton zu erreichen, manchmal sind es Bewegungen.
Der Weg ist das Ziel und der Schüler soll immer ein gutes
Gefühl haben. Nichts ist gefährlicher, als die Stimme
zu zwingen, etwas auf eine Art zu tun, die man nicht als gut empfindet.
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Aber: Die Stimme des Menschen ist ein Juwel und muss so behandelt
werden. Kraft, Druck und Verspannungen am und im Kehlkopf sind Gift
für die Stimme.
Ziel der Arbeit im Unterricht ist als erstes, den Körper an
den richtigen Stellen zu spannen und die Kehle zu entspannen, bevor
ein Ton herauskommt. Dazu gibt es Atemübungen, die die Abläufe
unterstützen. Am Anfang wird also etwas weniger gesungen.
Die Pflege der Stimme ist auch zu Hause wichtig:
Bei Erkältungen: lieber ein paar Tage nicht singen und so wenig
wie möglich sprechen, lieber ein Gesangsstunde absagen, als
auf dem Gesang bestehen.
Bei Heiserkeit: auf keinen Fall singen und ebenso wenig flüstern
Wenn mir etwas an der Stimme Ihres Kindes auffällt, werde
ich es ansprechen, ggf. einen Besuch beim Arzt empfehlen.
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Die Stimme verändert sich, bei Jungen und bei Mädchen.
Wegen der hormonellen Veränderungen ist in dieser Zeit besondere
Vorsicht geboten und die Fähigkeit auch des gesangsgeschulten
Kindes, z.B. Töne sicher zu halten, geht zeitweise verloren.
Eine Gesangsausbildung mit dem Ziel Sänger-/in zu werden muss
noch etwas warten, bis die Stimme fertig ist. Mit dem Schwerpunkt
auf die Atemtechniken, Gehörbildung und Harmonielehre dient
der Unterricht in dieser Zeit der Vorbereitung der späteren
Ausbildung.
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