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Entwicklung der musikalischen Intelligenz bei Kindern – Erlernen der Musiksprache  (für Eltern und Neugierige)

1. Kinder lernen eine neue Sprache

Brainin-Gruppe - 2-jährige Kinder

In welcher Sprache spricht die Musik zu uns? Kann schon ein kleines Kind sich ihren einzigartigen und faszinierenden Wortschatz aneignen? Die vom Musikpädagogen Valeri Brainin für Kinder aller Altersgruppen entwickelte Methode zum Erlernen der Musiksprache beantwortet diese Frage mit einem klaren „Ja“. Sie macht sich die frühkindliche Fähigkeit zunutze, leicht und spielerisch zu lernen und ermöglicht Kindern den direkten Zugang zur musikalischen Wahrnehmung.

Das Ziel dieser Methode ist nicht nur die Ausbildung des präzisen musikalischen Gehörs bei Kindern, sondern auch und vor allem die Entwicklung der musikalischen Intelligenz bei Kindern: Der Fähigkeit, ein Musikstück nicht nur als eine Melange von Tönen zu hören, sondern als einen inhaltlich zusammenhängenden Text. Die Kinder lernen Musik „mitzukomponieren“ und vorausschauend wahrzunehmen. Gerade das versteht Brainin unter „Sprache“ – sie ist da vorhanden, wo wir in der Lage sind einen Text mitzudenken. Das Entziffern und Verstehen musikalischer Ereignisse dient der allgemeinen geistigen Entwicklung des Kindes, der Entfaltung seines Denkvermögens, seines Scharfsinns, seiner Urteilskraft. Durch den Musikunterricht nach der Brainin-Methode werden die Kinder zur Konzentration und Aufmerksamkeit angeregt. Ihnen werden vielfältige Möglichkeiten mit auf den Weg gegeben, sich selbst mit Hilfe der musikalischen Zeichen zu entdecken und auszudrücken. Auf diese Weise fördert die erlernte Musiksprache die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

2. Kinder entdecken den musikalischen Ausdruck

Jedes Kind ist in der Lage, sich die Musiksprache anzueignen, sagt Valeri Brainin. Er zielt mit seiner Methode darauf ab, die musikalische Kreativität und Ausdrucksfähigkeit eines Kindes zu entfalten. So werden die Kinder im Unterricht allumfassend gefördert. Dies gelingt vor allem dadurch, dass musikalische Ereignisse mittels Sprache, Gesang und Gestik gelernt werden. Parallel dazu kann ein Musikinstrument erlernt werden, was aber nicht Pflicht für die Wirksamkeit der Methode ist.

Der Unterricht beginnt stets spielerisch. Elemente der Musiksprache werden mit Hilfe von Märchen und Abzählreimen dargestellt. Bereits im ersten Unterricht ist jedes Kind sofort in der Lage, mehrteilige Aufgaben im Spiel zu lösen. Dabei werden die einzelnen Elemente in ihrem Gesamtzusammenhang betrachtet: Nicht Viertelnoten, Halbe und Ganze werden gelernt, sondern rhythmisch zusammenhängende Ausdrücke. Nicht ein einzelner Ton, sondern eine musikalische Phrase steht im Vordergrund. Tonstufen werden zunächst anhand einfacher Kinderlieder geübt und dann in Beziehung zum Grundton gesungen. Auf diesem Wege entwickelt und fördert der Lehrende bei den Kindern bereits in der Anfangsphase des Musikunterrichts ein Gefühl für Tonalität und Harmonie. Der Unterricht nach der Brainin-Methode vermittelt den Kindern von Beginn an wichtige Erfolge, die Freude bereiten und zum Weiterlernen motivieren.

3. Kinder singen nach Noten

Wenn Kinder nach Noten singen, befassen sie sich nicht nur mit einem einzelnen Musiktext. Sie nähern sich damit dem gesamten musikkulturellen Kontext. Durch eine Besondere Auswahl des Repertoires werden sie bereits früh mit großen Komponisten wie Mozart, Tschaikowsky, Bizet oder Chopin bekannt und vertraut gemacht. Diese Auswahl folgt dem natürlichen Lernen, bei dem wir alle in einer anderen Reihenfolge und aus unterschiedlichen Gründen mit den Werken der Musikliteratur bekannt geworden sind. Viele wichtige und interessante musikalische Ausdrücke lassen sich durch das Singen nach Noten am besten wahrnehmen und nachempfinden. So können die Kinder die gebräuchlichsten Zeichen der Musiksprache schon von Anfang an erkennen. Sie erlernen auf diesem Wege ein neues Vokabular, auf das sie in ihrem weiteren „musikalischen Leben“ stets zurückgreifen können. Im Verlauf des Musikunterrichts wird außerdem besonders auf die rhythmische Wahrnehmung des Kindes sowie auf sein Tonhöhen- und Tonalitätsempfinden geachtet.

4. Kinder werden aktive Hörer

Kinder, die nach der Brainin-Methode unterrichtet werden, können musikalische Zusammenhänge rasch erkennen und einordnen. Sie sind in der Lage, die Musiksprache zu entschlüsseln und sie gleichzeitig bewusst und intuitiv wahrzunehmen. Dabei entwickeln sie sich zu „aktiven Hörern“, die imstande sind, einem musikalischen Text zu folgen. In den spielerisch angelegten Übungen zeigen die Kinder bereits nach kurzer Zeit, wie mühelos sie die Fortsetzung eines Musikwerks nachvollziehen und auch fehlende Bruchteile im Verlauf des Textes eigenständig ergänzen können. Sie vermögen auch „falsche“ Noten problemlos zu erkennen und diese in ihrem inneren Gehör durch richtige zu ersetzen. Dieses innere Gehör des Kindes wird im Laufe des Unterrichts nach der Brainin-Methode ausgebildet: Sobald die Kinder zu „aktiven Hörern“ werden, sind sie auch in der Lage, beim Hören eines Musikstücks, es mit ihrer inneren Vorstellung zu vergleichen. Diese musikalische Parallelität trägt vor allem zur Entfaltung der Vergleichs- und Vorstellungskraft bei, sie regt die Kinder an, mehrkanalig zu denken und aktiv wahrzunehmen. Das ist nicht nur bei Kindern wichtig, die eine musikalische Karriere anstreben, sondern entwickelt den Intellekt im allgemeinen und bereitet eine besondere Freude beim Hören jeglicher Musik.

5. Kinder lernen in aller Welt und in jedem Alter

In zahlreichen Ländern, darunter Australien, Deutschland, Kanada, Litauen, Italien, Russische Föderation, Südafrika, Ukraine, USA und seit kurzem auch Kolumbien, wird die Brainin-Methode bereits erfolgreich angewendet. Bei der Arbeit mit den Kindern werden spezielle Hilfsmittel benutzt, die Valeri Brainin für den Unterricht entwickelt hat: Das Notenlinienbrett mit beweglichen Knöpfen, auf dem die Noten veranschaulicht werden, und das sogenannte „Spektrale (farbige) Modell der Tonalität“, das die tonalen Beziehungen der einzelnen Tonleiterstufen aufzeigt.

Bisher hat ohne Ausnahme jeder Musikschüler, der nach der Brainin-Methode unterrichtet wurde und an einer Aufnahmeprüfung an einer deutschen Musikhochschule teilnahm, diese in den Bereichen Musiktheorie und Gehörbildung auch bestanden. Brainins Schüler sind inzwischen international erfolgreich als Interpreten und Musikpädagogen tätig.

6. Häufig gestellte Fragen

  • Ab welchem Alter kann man nach der Brainin-Methode unterrichtet werden?
  • Ist die Brainin-Musikerziehung eine Art der musikalischen Früherziehung?
  • Die Brainin-Methode – Ist das eine Art „russisches Solfeggio“? Eine Form der „deutschen Gehörbildung“?
  • Welche prinzipiellen Unterschiede gibt es zwischen der Brainin-Musikerziehung und der musikalischen Früherziehung?
  • Wie oft sollte man die Brainin-Musikerziehung besuchen und kann man auch in Gruppen lernen?
  • Wie kann mir die Brainin-Methode helfen, wenn ich schon erwachsen bin und niemals mit Musiktheorie und Gehörbildung zu tun hatte?
  • Brauche ich die Brainin-Musikerziehung, wenn ich schon ein Musikinstrument erlerne?
  • Ist die Brainin-Musikerziehung also für Laien oder für Profis geeignet?
  • Wie lange kann man nach der Brainin-Methode unterrichtet werden?
  • Warum heißt die Methode „Brainin“?
  • Wo in Deutschland kann man nach der Brainin-Methode unterrichtet werden?

Antworten finden Sie in PDF-Dokument


Zehn Gründe, den Musikunterricht nach der Brainin-Methode zu gestalten

Die Kinder werden:

  • aufmerksamer
  • konzentrierter
  • aufnahmebereiter
  • ausdrucksfähiger
  • sozialfreundlicher

Die Kinder beginnen:

  • aktiv wahrzunehmen
  • sich im musikalischen Tonraum frei zu orientieren
  • musikalische Zusammenhänge zu erkennen und zu ordnen
  • ein Musikstück als Ganzes zu empfinden
  • ein Musikstück im gesamten kulturellen Kontext zu betrachten

Autor – V. Brainin. Site – www.brainin.org.