Nachbarn Klagen gegen Musikschule
Halterner Zeitung - 29.04.2010
Musikunterricht muss wieder eingestellt werden
HALTERN Seit drei Wochen findet der Unterricht der Musikschule Preludio in einem Wohnhaus an der Lohstraße 38 statt. Jetzt ist der Standort erneut gefährdet. Denn zwei Nachbarn reichten jetzt Klage gegen die Musikschule ein.
Nach langer Wartezeit hatte die Bauverwaltung die Genehmigung für den Betrieb in einem Wohngebiet erteilt, weil sie alle Auflagen erfüllt sah. Zwei Nachbarn reichten Klage gegen diese Entscheidung beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein. Ihrem Antrag auf ein Eilverfahren wurde stattgegeben.
In der Zwickmühle befindet sich Dietmar Rüdiger, der als Eigentümer eines Hauses neben der Musikschule gemeinsam mit einem weiteren Nachbarn die Klage anstrengte. „Grundsätzlich ist das Projekt für Haltern wichtig. Ich komme selbst aus der Jugendarbeit und kenne den Stellenwert“, erklärte er.
Er könne jedoch nicht nachvollziehen, „wie man ein solches Projekt in einem Wohngebiet genehmigen kann“. Die Kläger sehen ihre Interessen verletzt und befüchten vor allem Beeinträchtigungen durch Lärmemissionen.
Lärmschutzgutachten
Die Stadt habe den Inhaber der Musikschule, Jacek Stam, bereits aufgefordert, den Unterricht an der Lohstraße einzustellen. Für die Stadt nahm Pressesprecher Georg Bockey zum Stand des Verfahrens Stellung. Die Genehmigung sei auf der Grundlage eines vorliegenden Lärmschutzgutachtens erfolgt.
Danach dürfe in dem Haus, das Familie Stam vor Monaten erwarb, ein 25-köpfiges Blasorchester musizieren, wenn die Türen und Fenster geschlossen bleiben. Probleme durch den Zu- und Abfahrverkehr habe die Verwaltung nicht gesehen. Genau diese Thematik aber führte jetzt dazu, dass das Verwaltungsgericht die Klage der Nachbarn als erfolgversprechend einstufte.
Protestaktion
Jacek Stam denkt nach eigenen Worten nicht daran, den Betrieb in seiner Musikschule einzustellen. „Wir arbeiten weiter“, ließ er am Donnerstag wissen. Er habe schließlich alle Auflagen erfüllt. Monatelang mussten die fünf Mitarbeiter der Musikschule und die etwa 100 Schüler in die Räume zweier Fitnessstudios ausweichen. Jetzt endlich erfolgte der Umzug in vier Unterrichtsräume im ersten und zweiten Stock des neuen Standortes. Stam kündigte eine eine Protestaktion der Eltern an.
Von Silvia Wiethoff am 29. April 2010 - Halterner Zeitung
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(Geklagt haben Fam. Hans Falck, Gilden Str. 9A und Dietmar Rüdiger, Rekener Str. 265)
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Nachbarin: "Die Schule stört uns nicht ![]()
Siehe:
VIDEO WDR Dortmund: Lärmklage gegen Musikschule
VIDEO Lokal TV: Anwohnerstreit um Musikschule
Leserbriefe zum Artikel „Nachbarn Klagen gegen Musikschule“
Knüppel zwischen die Beine Halterner Zeitung - 01.05.2010
Das darf doch wohl nicht wahr sein. Pianist und Musikschulleiter J. Stam erwirbt mit Zustimmung der Stadt ein Haus, um dort mit hochqualifizierten Mitarbeitern Instrumental- und Gesangsunterricht anzubieten.
Doch vom ersten Tag an haben ein paar Nachbarn etwas dagegen. Immer wieder werden auf deren Betreiben dem Preludio-Chef neue Auflagen gemacht, aufwändige Umbauarbeiten wegen erwarteter Lärmbelästigung angeordnet, Spezialfenster muss er einbauen lassen, Feuerschutztüren müssen angefertigt werden. Herr Stam muss teure Gutachten selbst erstellen lassen, Anwälte bezahlen. Und immer wieder finden diese Nachbarn neue Knüppel, die sie Familie Stam zwischen die Beine werfen. Um zu verhindern, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen, sorgen sie daffür, dass die Stadt auf der ganzen Straßenseite vor der Musikschule Halteverbotsschilder aufstellt (Halteverbotschilder stehen schon länger und sind nicht wegen der Musikschule gestellt - Vermerk: Jacek Stam).
Wer fühlt sich verantwortlich, wenn ein Kind angefahren wird, weil es nun die Straße erst überqueren muss, um zu Preludio zu gelangen?
Interessiert es die Nachbarn überhaupt, dass die meisten Musikschüler, zu denen ich aüch gehöre, mit dem Fahrrad oder zu Fuß zum Unterricht kommen? Vielleicht klagen die Nachbarn als nächstes gegen abgestellte Fahrräder oder Kinderwagen oder gegen fehlende Sozialräume für wartende Mütter?
Muss Herr Stam bald einen Mülleimer aufstellen und die +regelmäßige und hygienische Leerung durch einen zertifizierten Fachbetrieb nachweisen, damit Schüler ein Bonbonpapier korrekt entsorgen können? Schade nur, dass durch diese Nachbarn mehrere Arbeitsplätze von Musiklehrern gefährdet werden und die Existenz der Familie Stam bedroht ist. Den größten Schaden aber erleiden die Musikschüler, wenn Preludio schließen muss.
• Mattias Bünnemann
Elsa-Brandström-Str. 7_________________________________
Nachbarschutz missachtet Halterner Zeitung - 04.05.2010
Dass Sie der Musikschule Jacek Stam (Preludio) ein Forum bieten, sein fehlendes Rechtsempfinden zur Schau zu stellen, sogar mit der Androhung von Protestaktionen der Eltern, kann uns betroffene Nachbarn nicht mehr kalt lassen. Das ist ja genauso, als wenn ein von der Polizei ertappter Temposünder öffentlich erklärt, dass er weiter zu rasen gedenke... Wir hätten nichts gegen die Tätigkeit einer honorigen Musikschule einzuwenden, und schon gar nicht hegen wir Vorurteile gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund. Allein dieses Hineindrängen eines Lärm verursachenden Schulbetriebes mit zusätzlichem PKW-Verkehr in ein gewachsenes, ruhiges Wohngebiet brüskiert hier beispiellos. Ohne eine vorherige Kontaktaufnahme zu uns betroffene direkte Nachbarn, ausgestattet mit einer mündlichen Zusage des Baudezernenten zur Zulässigkeit der Umnutzung des Hauses Lohstraße 38 in eine Musikschule, kaufte Herr Stam das Grundstück und bekam prompt die begehrte fragwürdige Nutzungsänderungsgenehmigung, in der der Nachbarschutz so rücksichtslos missachtet wurde — was erst das Verwaltungsgericht der Stadt klarmachen konnte. Den ganzen Ärger hätte man sich sparen können, hätten Herr Kiski und Herr Stam vor der Kaufentscheidung das Gespräch mit uns gesucht, um alternative Ständorte zu finden. Stattdessen wurde ohne jegliche nachbar-, bau- und immissionsschutzrechtliche Prüfung von Anfang an Herrn Stam versichert, dass die Musikschule im Haus Lohstraße 38 zulässig ist, was erst den Konflikt ausgelöst hat. Besser sind da Standorte in Gebieten, die für Lärmemissionen unanfälliger
sind, (...).
• Hans-Erdmann Falck
Gildenstraße 9 a
• Dietmar Rüdiger
Rekener Straße 265
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Straße macht mehr Larm Halterner Zeitung - 04.05.2010
Mir ist schon oft aufgefallen, dass Anwohner einer Nebenstraße sich über Autolärm beschweren. Wir wohnen an der Weseler Straße. Ich wüsste nicht, dass von da mal eine Beschwerde kam. Von morgens früh bis abends spät rauscht der Verkehr. Autos ohne Ende, viele große LKW, Busse, die großen Trecker, die mehr Lärm machen als Panzer. Immer wieder das Martinshorn von Krankenwagen und Feuerwehr. Am Wochenende Karawanen von Motorrädern. Die Rasenmäher, Sportflugzeuge, die großen Jets, die Warteschleifen über Haltern fliegen. Ich könnte noch mehr Lärmerzeuger aufzählen. Das alles müssen wir ertragen, jeden Tag! Was ist das gegen die paar Autos bei Herrn Stam und in der Lohstraße. Alle wollen Auto fahren, keiner will sie vor der Tür stehen haben. Die Weseler Straße ist ständig zugeparkt, auch unsere Einfahrt.
Ich wünsche Herrn Stam, dass er bald in Ruhe arbeiten kann.
• Henni Wiedemann
Weseler Straße 44
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Das Leben der Stadt akzeptieren Halterner Zeitung - 07.05.2010
Was sind das für Nachbarn, die sich an fröhlichem Kinderlärm stören??
Herr Stam, seine Frau und ihre Angestellten leisten Großartiges in ihrer Arbeit in der Musikschule Preludio, indem sie neue Wege gehen in der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen, neue Impulse setzen abseits der etablierten städtischen Musikschulen.
Diese Musikschule ist eine Bereicherung für die Kultur unserer Stadt. Was sind das für Nachbarn, die sich derart durch diese Schule gestört fühlen?
Immer neue fadenscheinige Argumente werden angeführt, um den Betrieb zu verbieten: zunächst müssen umfangreiche Schallschutzmaßnahmen getroffen werden, dann Parkplätze gebaut werden und nun stört gar die Anfahrt der Autos? Unsere Stadt bietet sicherlich das große Privileg, dass man hier stadtnah, zentrumsnah und doch ruhig wohnen kann. Aber muss man dann nicht auch das Leben der Stadt akzeptieren? Ist dies nicht eigentlich eine Bereicherung, macht dies nicht das Leben aus? Ich hoffe nur, dass Familie Stam durchhält, weitermacht in ihrem Engagement und sich nicht vertreiben lässt aus dieser unfreundlichen Stadt!
• Dr. Annette Rudolph
Hauptstr. 94
Hullern
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E-Mails an die Behörde
- Sehr geehrter Herr Klimpel, sehr geehrter Herr Klose,
als ehemalige Bürgerin Halterns und ehemalige Musiklehrerin im Team von Herrn Stam möchte auch ich mich zu dem laufenden Verfahren äußern.
Ich finde es sehr bedrückend, dass es unser Rechtssystem gestattet, dass "Verkehrslärm" von hinter einem Gebäude ein und ausfahrenden Autos höher bewertet wird als die Existenzbedrohung für Familie Stam durch die Schließung der Musikschule.
Herr Stam hat viele Monate im Ausweichquartier unterrichtet, um das ordentliche Genehmigungsverfahren abzuwarten, hat derweil jede Menge Geld in das Haus gesteckt und sehr viele Unannehmlichkeiten auf sich genommen. Auch die 90 Schüler und deren Familien haben in dieser Zeit ihren Beitrag zum Frieden in der Lohstraße geleistet, in dem sie diese Übergangszeit mitgemacht haben.
Gerecht wäre gewesen, die Bedenken des Gerichts gegen den "Verkehrslärm", der möglicherweise dem Schallgutachter durchgegangen ist, in Form einer Auflage, die Herr Stam in einem angemessenen Zeitraum zu erfüllen hat, zu berücksichtigen. Für diesen Zeitraum wäre es den Herren Klägern sicher zumutbar gewesen, den "Lärm" zu ertragen.
Die beiden Herren Kläger (von denen der eine gemäß Teleauskunft nicht mal selbst Nachbar ist, sondern dort nur ein Haus besitzt!) haben viel Talent bewiesen, genau den juristischen Winkelzug zu wählen, bei dem das Rechtssystem so reagieren kann, darf oder muss - hier gibt es andere, die sich besser auskennen, z.B. die Kläger.
Es tut mir in der Seele weh zu sehen, wie diese Menschen erfolgreich die hochkarätige musikalische und kulturelle Bildung der über 90 Halterner Kinder verhindern können. Und ehrlich gesagt gehe ich davon aus: diesen Herren wird wieder etwas Neues einfallen, wie sie den Betrieb der Schule weiter verhindern können.
Musikschule ja bitte, aber nicht bei uns!
Bolzplätze ja gerne, aber keinen Lärm bitte!
Kinderspielplätze, immer her damit, aber bitte ohne Kinder!
Tut mir leid, wenn ich an dieser Stelle etwas niveaulos kommentiere, aber mehr als Entsetzen über die Vorgänge habe ich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
Sylke Wiegers-Kvasin
Nagold
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- Sehr geehrter Herr Klimpel
Sehr geehrter Herr Klose
Wir möchten an dieser Stelle auch ein Lanze brechen für unseren liebenswerten und geschätzten Musiklehrer Herrn Stam.
Die nachstehenden Sprichwörter treffen es wohl am besten was da gerade vor sich geht:
1.) Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
2.) Böse Menschen haben keine Lieder.
Herr Stam hat seine Schallschutzauflagen erfüllt. Über störende Gepflogenheiten, falsch geparkte Fahrräder, An- und Abfahrende Autos, sollte man sicherlich reden können und gemeinsame Änderungsvorschläge besprechen und umsetzen.
Aber in diesem Fall scheint seitens der Nachbarn keine gemeinsame Lösung gewünscht zu sein. Ein verbohrter Mensch beißt sich in eine Sache hinein, nur um Recht zu kriegen und das Gesicht nicht zu verlieren. Schade das Justitia nicht sehen kann und statt die Prüfung und Beobachtung vor Ort voranzustellen, zunächst die Schließung der Musikschule fordert. Was eine Existenzbedrohung zur Folge haben kann.
Wir finden es wichtig, dass die Musikschule zentral in der Stadt liegt, damit die Kinder sie mit dem Fahrrad erreichen können. Sollte Autoverkehr entstehen, so lediglich 1x die Stunde. Die Straße wird zudem als Abkürzung missbraucht und ist schon jetzt stark befahren. Ich weiß nicht, ob Sie bereits eine Anliegerstraße ist, aber dazu könnte man sie machen.
Wir hoffen, dass die Angelegenheit schnellstmöglich in Frieden geklärt wird und Herr und Frau Stam endlich in Ruhe Ihrer wundervollen Arbeit, Kindern die Musik nahe zu bringen, nachgehen können.
Mit freundlichem Gruß
Dipl.-Ing. Architektin Anne Weidemann mit Henrike und Merit
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- Sehr geehrte Damen und Herren,
als Eltern einer Klavierschülerin verfolgen wir nun seit einiger Zeit das Verfahren gegen Herrn Stam und seine Musikschule seitens der Kläger.
Auch vorher schon waren wir mit der Musikschule verbunden und haben das Engagement von Herrn und Frau Stam und deren Musiklehrern durch die Kindergartenarbeit, Früherziehung und Weiterbildung bewundert.
Wie kann es sein, das so engagierten Menschen mit sehr viel Interesse an der pädagischen Musikausbildung für Kindern so wenig Unterstützung wiederfährt?
Die Bemühungen von Herrn Stam, durch Spiele in Altenheimen, im alten Rathaus, Klavierkonzerten, Semesterprüfungen, etc. sind doch sehr vielfältig und ganz sicher nicht nur kommerziell begründet. Für unsere Stadt ist es ganz bestimmt eine vorzeigbare Institution die auch unterstützt werden sollte.
Wir hoffen, das unserer Tochter noch lange dieser Unterricht der besonderen Art erhalten bleibt und hoffen daher auch auf die Unterstützung der Stadt Haltern.
Mit freundlichem Gruß
Christiane Kühn
_________________________________ - Auch ich verfolge die Streitigkeiten um die Musikschule Preludio mit großer Betroffenheit. Ich kann dazu nur sagen, dass es mich mit tiefem Schamgefühl erfüllt, wie mit Menschen wie Jacek Stam und seiner Frau umgegangen wird, die mit viel Idealismus, Menschenliebe und Bescheidenheit ihre Musikschule betreiben. Ich erkläre mich uneingeschränkt solidarisch mit Familie Stam und verabscheue Menschen, die nur bis zur eigenen Haustür denken und handeln können. Jacek Stam macht eine wertvolle Arbeit, die generationsübergreifend Haltern sehr bereichert. Ich denke, hier ist beherztes, unterstützendes Handeln durch die Stadtverwaltung und Solidarisierung unter den Halterner Bürgern notwendig.
Annette Greiner
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